Aktuelle Arbeiten im Januar

Für eine neue Samenernte können jetzt ausgesät werden:

Brokkoli und Blumenkohl! Das hat man tatsächlich zu Zeiten gemacht, als das Saatgut nicht aus "Aller-Herren-Länder" kam, sondern direkt aus Deutschland, z.B. aus Erfurt.

Nur mit dieser risikoreichen Frühaussaat, zu Zeiten wo eigentlich nicht nur die Wärme, sondern auch das Licht fehlte, hat man Früh- und Sommerkohlsamen u.a. von Blumenkohl erhalten.

Die Gefahr von Ausfällen in einem frostfreien Kalthaus ist aber lang nicht so hoch, wie annodazumal, die Aussaat im Mistbeet.

Kerbelrüben, die unbedingt vernalisiert werden müssen, können ebenfalls (evtl. auf Schnee, wenn vorhanden) ausgesät werden. Sobald die Samen etwas gequollen sind, sind sie auch empfindlich für den nötigen Kältereiz.

Sortieren (Verlesen):

Was bis dato nur trocken und ggf. sogar ungereinigt aufgehoben wurde, muss nun spätestens aufbereitet werden:

d.h. noch einmal die Siebe schwingen und dabei gleich die "eigene Elite", also die größten, fettesten, optimalsten Samen einer Partie für sich selbst und gute Freunde zurückbehalten. Auf manch einem trockenen Dachboden kann man ja vielleicht sogar mittels eines Ventilators oder eines Föns windsichten. Ich mache diese "Sauerei" allerdings immer im Freien und gleich nach der Ernte.

Portionieren (Abpacken):

40, 50, 80 oder 100? Wieviele sollen es denn nun sein? Um nur ein-, zweimal vitales Saatgut zu ernten, reichen wenige Samenträger. Und da es keine wissenschaftlich verlässlichen Angaben gibt, habe ich selbst folgende Faustformel als Minimum aufgestellt. Anzahl bezieht sich auf Chromosomen: Selbstbestäuber = Anzahl der Chromosomen im einfachen Satz; Fremdbestäuber = Anzahl der Chromosomen x 2.

Nun ist endlich auch mal genügend Zeit die bis dato in Schüsseln, Gläsern und Kaffeefiltern aufbewahrten Samen marktgerecht zu portionieren. Portionen für Erhalter sollten möglichst so viele "eigene Elite"-Samen enthalten, dass nach einer sanften Auslese wiederum genügend Pflanzen übrigbleiben, um dauerhaft eine Inzucht zu vermeiden: Das sollten bei Fremdbestäubern optimaler weise über 100 Samen sein (und damit hoffentlich um die 80 Samen tragende neue Pflanzen).

Bei großen Samen, etwa von Leguminosen, Mais und Kürbissen sollten die mind. 100 Samen zwischen einer Vermehrungsgemeinschaft verteilt werden, die bereit sind einen Teil ihres Saatguts wieder in den großen "gemeinsamen Topf" zurückzugeben.

Nun zum Abpacken des restlichen, sauberen und gesunden, normalen Saatguts:

Für Hobbygärtner ohne Interesse an Vermehrung können die Portionen wesentlich kleiner ausfallen, da es ihnen nur um den Verzehr geht.

Beschriften (Kennzeichnen):

Mindestens sollte man Art und Sorte, sowie Erntejahr des Saatguts auf die Tütchen schreiben.

Interessant ist auch, der wievielte eigene Nachbau es ist (diesen drücke ich mit Generationen aus, also G1, G2, G3... ).

"Ehrlich währt am längsten" und deswegen gehören auch Hinweise auf die Packung, wie

  • "aus Wildsammlung",
  • "100 % sortenrein",
  • "freiabgeblüht, kann natürliche Kreuzungen enthalten" oder
  • "1. Wahl" oder "eigene Elite, zur Erhaltung ausgelesen".

Wer ganz fleißig ist macht für alles was man weitergeben möchte einen Keimtest!

Mein Tier des Monats