Eisen (Fe)

In aller Kürze

Düngehinweise

Eisenhaltige Enzyme sind für die Chlorophyllbildung als auch für die Pflanzen-Atmung essentiell.

In den Gartenböden der gemäßigten Zone ist normalerweise ausreichend Eisen vorhanden, so dass eine Düngung unnötig macht. Hin und wieder leidet aber die Verfügbarkeit, welche vom pH-Wert abhängig ist (siehe Kalzium). Eisen ist im sauren Bereich besser löslich. Pflanzen sind jedoch in der Lage den Bereich um ihre Wurzelspitzen durch die Ausscheidung von organischen Säuren (Kohlensäure) abzusenken und so sich Eisenvorräte aufzuschließen.

Eisen-Spezialwissen: Allerdings können Phytinsäure-bildende Vorkulturen (Hülsenfrüchtlern und Getreiden) die Eisenverfügbarkeit für die Nachkultur negativ beeinflussen. Umgekehrt können Phenole, Abbauprodukte von Lignin (wie das Tannin), die Eisenverfügbarkeit für die Nachkultur verbessern.

Topfkulturen, insbesondere Solanaceaen, leiden häufiger unter Eisenmangel. Das liegt dann an der Zusammensetzung der Topferde oder am zu hohen pH-Wert im Topf. (Bild von Tomatillo). Gekaufte Substrate auf Kompostbasis können zu viel Mangan und Zink enthalten welche dann in Konkurrenz zum Eisen stehen.

Mangelerscheinungen können ebenfalls in Obstkulturen beobachtet werden, vielleicht, weil Bäume je nach Standort bis in eisenärmere aber kalkreiche basische Bodenhorizonte hineinwurzeln.

Eisenmangel kommt besonders in ariden Gebieten auf der Erde vor! Da Trockenheit die Versalzung von Böden und damit zu hohen pH-Werten führt. Ich hoffe nicht, dass dies uns durch den Klimawandel bevorsteht.

Pflanzen nehmen Eisen als zweiwertiges Ion oder, und das viel lieber, als in organische Moleküle eingebundenes Chelate auf: z.B. in Huminsäuren und in Aminosäuren "eingewickelt". Im richtigen Maß vorhanden, fördert Eisen sogar die Krümelstruktur des Bodens über diese verklebenden Huminsäuren (siehe Kohlenstoff).

Herstellung, Gewinnung, Aufbereitung

Manchmal deuten Ortsnamen auf eisenhaltige Böden, entweder, weil sie das Wort "Rot" in sich tragen oder "Eisen" und "Isen" (Rothenfels, Rothensand, Rothenburg, Baerisch Eisenstein, Isenburg etc.).

Natürliches Vorkommen

Viele Böden erscheinen rötlich, weil sie eisenhaltig sind. Rost macht so die typische Farbe von Sand und Sandstein aus. Eine Besonderheit stellen die mittel- und norddeutschen

Raseneisensteinvorkommen und der Ortsttein dar. Das sind Böden, die durch Grundwassereinwirkung oberflächlich, verdichtet (mit Eisen und Mangan) zusammengebacken wurden. Sie haben bis zu einem halben Meter dicke Erz-Steinschichten gebildet.

Schneckenkorn besteht aus Eisen(III)-Phoshat. Dieses kann sogar im Boden natürlich entstehen, ist aber nicht pflanzenverfügbar.

Ort- und Raseneisenstein wurden als Erz oder Baumaterial abgebaut.

 

 

Hilfe bei der Pflanzenentwicklung

Eisen hat meiner Theorie nach als Dünger nicht zur Domestikation unserer Kulturpflanzen beigetragen, wohl aber als Werkzeuge zur Bodenbearbeitung. Je tiefer der Boden gelüftet und gelockert wurde, desto schneller konnten Pflanzen wachsen und je besser der Boden gewendet und gehackt wurde, desto weniger "Konkurrenz" hatten die Kulturpflanzen.

Auch wenn heute viele Menschen der Permakultur anhängen, darf man nicht vergessen, dass die Erfindung des Pflugs (zuerst aus Holz, später mit Eisen verstärkt) einst zu enormen Ertragssteigerungen führte. Nicht jeder Boden ist von Anfang an für Permakultur geeignet, teils muss er über Jahre mit Kompost und Asche gefüttert werden. Erst dann ist er so locker, dass eine Hand zum Graben ausreicht. Schwere Lehmböden brauchen auch heute noch die Hacke oder den Pflug!

Baldrianextrakt Kompostpräparat (507)

Nach SATTLER, WISTINGHAUSEN (1985) vermittelt "der Saft aus den Blüten des Baldrian (Valeriana officinalis (507) … dem Dünger die Kräfte, sich in der richtigen Weise gegenüber dem Phosphor zu verhalten." Das Präparat wird auch auf wachsende Kulturen gesprüht, um Spätforstschäden zu minimieren. Es vermittelt also Wärme. Es wäre auszuprobieren, ob das Präparat dabei helfen kann empfindliche Arten so weit abzuhärten, dass die Eigenschaft auch genetisch weitergegeben werden kann.

Eisenhaltiges Wasser und Pflanzen"schutz"mittel

Eisen verändert den pH-Wert von Wasser. Wenn sogenannte "Pflanzenschutzmittel" mit zu hartem Wasser angemischt werden, also anders als vom Hersteller empfohlenen, dann braucht der Bauer viel mehr Gift.

Ironisch könnte man also sagen, auch hier schützt Eisen die Pflanze vor dem Gift! Eisen macht das Pflanzenschutzmittel weniger wirksam.

Das Element, das einem den Weg weißt

Eisen und Ortung

Die Blausteine von Stonehenge bestehen aus Dolerit und dieses wiederum enthält Magnetit, wieder ein Bezug zum Eisen. Mit der Stonehenge-Anlage konnte der Ort in der Zeit (also das Datum) bestimmt werden.

Die ersten Kompasse bestanden aus natürlichen Magnetstein (etwa Magnetit) und dienten wohl eher der Wahrsagerei und der Ausrichtung von Häusern. Um die Zeitenwende entdeckten zuerst die Chinesen und dann andere Seefahrervölker die Verwendung als zuverlässigen Wegweiser.

Am Erdmagnetfeld orientieren sich aber auch viele "Gartentiere" wie etwa Bienen, Schnecken und Ameisen und natürlich alle Zugvögel. Auch bei Pflanzen hat man einen Magnetsinn nachgewiesen. Das Wachstum der Acker-Schmalwand kann mit Magnetfeldern beeinflusst werden.

 Eisen und Blumentöpfe

Auch gebrannte Ziegel oder Töpfe werden oft feuerrot. Das im Ton enthaltene Eisen in der Hitze des Ofens und erscheint dann eben rot, braun oder schwarz. Weiße Töpferwaren werden aus eisenfreien Porzellanerden (Kaolinit) gedreht.

Eisen, Esoterik und die Megalithkultur

Der Gedanke, dass die Sonnenwenden auch die Nahtstellen zwischen den Welten der Geister oder Verstorbenen und der Lebenden darstellen, wurde entweder seit damals weitertradiert oder wiederholt erfunden.

Wünschelrutengänger glauben zu fühlen, dass die kreis- und hufeisenförmigen Megalithbauten, welche in der Jungsteinzeit vor ca. 5000 Jahren entstandenen (je nach Ort ± 2000 Jahren) besondere Kraftorte seien.

Die Nachfahren der Erbauer vergaßen das technische Wissen zur Errichtung und die wahre Bedeutung der Anlagen. Da für sie (also für unsere Vorfahren) der Bau solcher Stätten unerklärlich war, deuteten sie die Steinkreise schlichtweg um, zu Wohnstätten der Elfen und Alben, der Teufel und Geister. Den Andersweltgestalten, ob Elementarwesen oder Totengeist schrieb man meist böse Eigenschaften zu. Und wie wehrte man sich gegen sie? Mit Amuletten aus Metall, wie Eisen!

Straße der Megalithkultur zwischen Bremen, Meppen und OsnabrückVon der Anlage Stonehenge weiß man, dass die englischen Ureinwohner zu den Sonnwenden von weit angereist kamen um große orgiastische Feste zu feiern (Archäologen fanden überproportional viele Knochen von geschlachteten Haustieren und Lager um die Anlage herum, die nicht das ganze Jahr bewohnt waren X)).

Die Megalithbauten faszinieren mich, weil sie wahrlich technische Meisterleistungen unserer Vorfahren sind, an der viele Generationen mit einer einzigen Vision und einem konkreten Plan arbeiteten X).

Ausflugstipp zum Ezelsdorfer Goldhut / Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg / Der Goldkegelplatz in der Gemeinde Burgthann

Die Menschen der Jungsteinzeit besaßen zweifellos einen sehr ausgeprägten Gemeinschaftssinn.

Sie verfügten darüber hinaus über präzises Wissen zum Jahreslauf, denn um sich zu ihren Festen rechtzeitig zu treffen mussten sie notwendiger Weise auch an ihren Wohnorten "Kalender" mehr oder weniger fest installiert haben. Vielleicht stellen die sogenannten Goldhüte oder die Himmelsscheibe von Nebra mobile "Uhren" dar?

 

Neolithische Revolution

Alternativ wäre die Beobachtung und Orientierung an von phänologischen Zeichen (siehe phänologischer Kalender).

Die Menschen der Jungsteinzeit vollbrachten noch eine weitere nicht zu unterschätzende Kulturleistung, sie domestizierten Tiere und Pflanzen. Auch das müssen Gemeinschaftsprojekte gewesen sein, wo der Erfolg nach Generationen sichtbarer wurde. Ob zur Domestikation auch das Wissen vom geeigneten Aussaatzeitpunkt gehörte ist heute nicht mehr beweisbar aber, meiner Ansicht nach, sehr wahrscheinlich.

Diese Entwicklungsleistung wird neolithische Revolution genannt. Unpassend wie ich finde, denn mit Revolution assoziiere ich einen schnellen, oft gewalttätigen Wandel. Die Steinzeitmenschen verstanden sich wahrscheinlich noch als integrativer Teil der Natur und nicht als herausragende, opponierende Individuen, die die Natur bezwingen, bekämpfen wollten. Erstere wendeten notwendige Gewalt zum Überleben an, aber nicht, wie wir heute, um alle Naturgewalten zu zähmen und um uns eine komplett künstliche, vermeintlich steuerbare Umwelt zu schaffen.

Spezialisierung, Tauschhandel und Metallmünzen

Trotzdem führte die Kunst des Ackerbaus, die Kunst ein Saatbeet zu hacken und zu ritzen zu erstaunlichen Ertragssteigerungen (die wiederum Bevölkerungswachstum nach sich zog). Mit vorerst Steinsicheln, später metallischen (bronzenen) Sicheln konnte die Getreideernte beschleunigt werden.

Metallene Werkzeuge konnte nicht mehr jeder herstellen: das war der Beginn der Berufsbildung. In der Bronze- und später in der Eisenzeit differenzierten sich die Gesellschaften mehr und mehr. Es entstanden Ungleichheiten zwischen Bevölkerungsgruppen, zwischen sesshaften und weiter nomadisierenden, zwischen Menschen mit Spezialwissen in der Metallurgie oder im Ackerbau. In dieser Zeit entwickelte sich auch der Gedanke von Eigentum welches nur noch der spezialisierten Gruppe gehörte, weil es eben nur deren Leistung war. Um sich mit den Dingen des täglichen Gebrauchs zu versorgen musste man mit anderen Spezialisten tauschen. Und schließlich wurde der Tauschhandel durch die Erfindung des Geldes vereinfacht bzw. effizienter. Transportable Metallscheibchen, Münzen, wurden gerne zum Tauschmittel gemacht. Zwar bestehen Münzen nicht aus rostendem Eisen, aber sie setzen die Technik der Metallurgie voraus.

Vom Eisen zum Stahl

Das Wissen um die Eigenschaften des Eisens hat uns auch den Baustoff geliefert aus dem moderne Wolkenkratzer gebaut werden: Regierungssitze und Finanzcenter bestehen aus Stahlbeton (ehemals Eisenbeton genannt). Von Megalith zu Megacity!

Setzte zur Eisenzeit die allgemeine Beschleunigung unseres Daseins ein? Der Fortschritt an sich? Wurde durch die Kunst der Eisengewinnung das zyklische Jahreskreis-Denken durch das heute geläufige Zeitstrahldenken ersetzt? Wenn wir fortschreiten, wohin soll uns das führen?

Mir scheint auch, dass wir heutigen Menschen nicht mehr zusammen halten wollen und schon gar nicht über Generationen: auch wenn wir das angesichts der drohenden Umweltkatastrophen (Klimawandel und Artensterben), mit einer Vision und einem Plan(et), weltweit müssen.

Eisen und Gesundheit

In unserem Blut bildet Eisen das Zentralatom des Hämoglobins (analog zum Magnesium beim Chlorphyll). Im Blut muss die Bindung des Eisens zum Sauerstoff reversibel sein, sonst würde die Atmung nicht funktionieren. Hämatit hingegen ist die stabilste auf der Erde bekannte Verbindung von Sauerstoff mit Eisen. Auch im Blut hängt eine gute Sauerstoffversorgung mit dem richtigen pH-Wert zusammen. Im Blut darf dieser aber nur in den engen Grenzen von pH 7,36 und 7,44 schwanken.

Angeblich leiden je nach Quelle 1/4 bis 1/3 der Weltbevölkerung unter latenten Eisenmangel X) X) .

Eisenhaltige Heilwässer: -Georg-Vitor-Quelle Bad Wildungen; -Albergquelle Bad Mergentheim; -Luitpoldsprudel Bad Kissingen; -Balthasar-Neumann-Quelle in Bad Bocklet; -Natur-Heilwassersee in Bad KönigshofenViele Heilquellen fördern eisenhaltiges Wasser. Das schmeckt und sieht man. Das Wasser schmeckt "blutig", metallische und hinterlässt im Glas rostrote Ränder.

Die Diagnose mittels Metall-Pendels oder Rute beruht auf der Vermutung, dass es eine Art "magnetisches Feld" um jedes Lebewesen gäbe, welches so erkannt werden könnte. Im 19. Jahrhundert war der sogenannten Mesmerismus (tierischer Magnetismus) eine regelrechte Mode und wird von vielen Heilpraktikern bis heute verteidigt: Interessanterweise haben die moderne Hypnosetherapie und Psychotherapie ihre Wurzeln in diesen Praktiken.

Eisen und Baldriangewächsen