Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

In meinem Garten und in meinen Pflanzkübeln überleben Samen von herabgefallenen, nichtgeernteten Tomatenbeeren den Winter und keimen im Mai aus! Das werden regelmäßig die vitalsten Pflanzen.

Saatgutgewinnung ganz praktisch

Tomatensaatgut kann nass und trocken geerntet werden, damit sind die beiden gängigen Aufbereitungsarten gemeint.

  1. Samen aus der Beere ausschaben, waschen und trocknen
  2. Samen mit Fruchtfleisch einem Gärprozess unterwerfen, Gärung nach 24h bis 3 Tagen abbrechen wenn Samen zu Boden sinken und Fruchtfleisch aufschwimmt, waschen und trocknen

Optimale Reife zur Saatgutgewinnung:

Reife Tomatenfrüchte haben aufgehört zu wachsen und ihre endgültige Farbe ausgebildet. Im Idealfall konnten sie solange an der Pflanze reifen, bis sie weich zu werden beginnen. Bei optimaler Samenreife lässt sich die Plazenta, die Gallerte um die Samen leicht abwaschen, also mühelos so reinigen, dass sie kaum mehr kleben und sich leicht getrocknet auseinanderbröseln lassen. Den besten Zeitpunkt hat man verpasst, wenn die Samen in der Frucht zu keimen beginnen.

Tipps für Erhalter

  • Ich bin in meiner Lehrzeit zwei mal wöchentlich durchs Gewächshaus geschickt worden, um an den Tomatenschnüren zu wackeln, um die Pollen auf die Narben der Blüten zu schütteln. Damals war das noch die beste Methode, die Bestäubung zu verbessern. Im Internet finden sich verrückte Anleitungen um die Bestäubung mittels elektrischer Zahnbürsten zu besorgen. Warum? Wenn es auch ohne Strom / Batterie geht?
  • Wer eine ganz besondere Tomatenpflanze hat und diese ganz sicher identisch nachzüchten möchte, kann diese auch über abgerissene Seitentriebe vegetativ (d.h. über Pfanzenorgane) vermehren. Die Seitentriebe bewurzeln wieder, wenn man diese Triebe genau so sorgfältig pflegt, wie die samenbürtigen
  • Tomatenpollen keimt am besten zwischen 18- 25°C. Gekühlt hält er bis zu drei Tagen
  • Hingegen ist die Narbe gerade mal einen Tag empfängnibereit und das am liebsten am Vormittag
  • Die Staubblätter bilden fast eine Röhre auf deren Innenseite die Staubbeutel liegen.
  • Tomatenpollen braucht eine Luftfeuchte von mindestens 60% um befruchten zu können.

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Tomaten werden tief gepflanzt, da sie am Stengel Wurzeln (Adventivwurzeln) bilden.
  • Die 1m Tiefe tauchende Pfahlwurzel wird regelmäßig beim pikieren beschädigt.
  • Tomaten brauchen zwar Kalk, jedoch sollte dieser in der Vorsaison, also vor dem Winter eingebracht worden sein.
  • Eine im Feld gekeimte Tomate bildet eine ordentliche Pfahlwurzel aus (bei mir im Garten von selbst aufgegangene Tomaten sind immer die vitalsten und haben weniger Durst als ihre pikierten und getopften Gefährten).
  • Tomaten erst ins Freiland pflanzen, wenn die Bodentemperatur auf 14°C gestiegen ist, sonst gibt es Wachstumsstockungen.
  • Für ihr weiteres Wachstum verlangen Tomaten eine Mindesttemperatur von 10°C.
  • Wenn man geerntete Tomaten nachreifen oder aufheben möchte, dann bei mindestens 16°C , so dass sie nach und nach , fast ohne Qualitätseinbuße nachreifen können. Tomaten nie im Kühlschrank einsperren.
  • Tomaten kann es zu heiß werden, ab 35°C, setzen sie keine Blüten und damit Früchte mehr an.
  • Anstatt einen Trieb aufzuziehen kann man auch zwei Triebe aufleiten. Die Abstände zwischen den Stäben sollten dann etwas großzügiger gewählt werden.

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