Tipps für Erhalter

  • Schärfeskala in Scoville beruht auf Capsaicin-Gehalt. Dieser ist in der Plazenta am höchsten.

  • Nachtrocknen in Vollsonne schadet nicht (Bsp. Sri Lanka).

  • Züchtung heute: Gewächshauseignung.

  • Händische Paarung klappt am besten am Tag der Blütenöffnung in den Morgenstunden, dazu wird vorab gesammelter Pollen benutzt und die Staubblätter sicherheitshalber gleichzeitig ausgezupft.

  • Staubblätter erscheinen, wenn sie befruchtungsfähig sind lila und verwelkt bräunlich-grünlich. Der Pollenflug beginnt Tage nach der ersten Blütenöffnung.

  • Die Blüten von Chilis öffnen sich in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 6 Uhr, die von Paprikas etwas später, wenn es sonnig ist. Bei Bewölkung noch später oder sie warten besseres Wetter ab.

  • Die Pollen und die Narbe sind gleichzeitig reif, was angeblich zu 80% Selbstbefruchtung führt. Während Chilifans hier beobachten, dass manche Sorten mehr und andere weniger zum "Fremdgehen" neigen. Andere Autoren berichten von Vorweiblichkeit.

  • In Indien angeblich zu 70% fremdbestäubend!

  • Auch wenn die Blüten für ca. 3 Tage befruchtungsfähig bleiben, erzielt man die besten Befruchtungsraten am ersten Tag der Blütenentfaltung in den Morgenstunden.

  • Selbst die Glasgärtner, die von 'Ganzjahreskultur' sprechen, lassen im Gewächshaus die dunklen Monate von November bis Februar aus, wobei wertvolle Pflanzen überwinterbar wären.

  • Wenn der Boden -was im Blumentopf besonders schnell geht- sich auf über 25°C erhitzt, stoßen die Pflanzen die Blüten ab. D.h. ein schwarzer Blumentopf ist im Frühjahr von Vorteil, weil er sich schnell erwärmt, im Sommer dann aber nachteilig.

  • Blütenfall kann auch auf Lichtmangel zurückgeführt werden.

  • Die Pflanzen wachsen sympodial, d.h. die nächste Verzweigung geht aus einer Achselknospe hervor. Man fördert die Verzweigung, indem man die Königsblüte abzwickt.

  • Denn auch hier sprechen die Profis von einer Königsblüte, das ist die allererste, die im Erwerbsgartenbau abgezwickt wird, um die Pflanzen kräftiger werden zu lassen (nicht alle Kraft in die erste Blüte). Sie wäre aber für Züchtungszwecke vielleicht aufgrund ihrer Stellung besonders interessant.

  • Paprika wird im Erwerbsbau zweitriebig gezogen.

  • Chili müssen i.d.R. nicht ausgebrochen werden, man läßt sie sich verzweigen, wie sie wollen.

  • Winzigfrüchtige Sorten im Ganzen trocknen und nicht auspulen oder schreddern und dann ausblasen.

  • Man kann sie mit viel Wasser und einem stumpfen Mixer trennen.

  • Empfindliche Menschen sollten Handschuhe und partikelfiltrierende Halbmaske (FFP 1) tragen, wie Handwerker sie nutzen.

  • Wer genügend Pflanzen hat, sollte mind. 3x auslesen.

  • Capsicum pubescens ist selbstincompatibel und deswegen ein strenger Fremdbefruchter.

  • Wenn Kreuzung unbeabsichtigt stattfand, kann man von der geernteten Frucht die Plazenta probieren, ist diese scharf, hat sich Chili eingekreuzt.

  • 1 kg scharfe Früchte bringen 25 - 100g Samen.

  • 1 kg süße Früchte bringen 5 – 50 g Samen.

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Alle Paprikas sind mehrjährig, sie können auch im Haus überwintern. Das spart die mühevolle Anzucht, allerdings auf Kosten eines platzraubenden, frostfreien Winterquartiers.

  • Verträgt direkt Mist oder fetten Kompost und zusätzliche stickstoffbetonte Kopfdüngung.

  • Bei im Haus gezogenen Paprikas kann man versuchen, die Luftfeuchtigkeit durch häufiges Sprühen höher zu halten (zw. 60 – 80% rel LF), das fördert das Wachstum, allerdings auch Spinnmilben. Trotzdem sollten die Blätter noch nach jedem Gießen abtrocknen können.

  • Als Sonnenkind der Anden liebt Chili Prallsonne und kommt auch mit UV Strahlung zurecht.

  • Pflanzabstände in Häusern werden deswegen großzügiger gewält, so dass die Pflanzen sich unter dem lichtschluckenden Glas nicht noch zusätzlich gegenseitig beschatten.

  • Mag reichlich am besten warmes Gießwasser (nicht zu kalkhaltig).

  • Chili können kurzfristig Temperaturen zw. 2° und 5°C überleben.

  • Mag keine salzhaltigen Düngemittel, Kompost und organischen Dünge hingegen schon.

  • Ist dankbar für Kalium, wie alle fruchtbildenden Gemüse.

  • ☺ Die Anzuchtdauer (bis Auspflanzen) ist stark temperaturabhängig und kann zw. 7 und 11 Wochen dauern. Am besten man rechnet vom 15. Mai aus zurück und berücksichtitgt dabei, bei welcher Temperatur man die Pflanzen am Schnellsten zum Keimen bringen kann.

  • Grün geerntete Früchte enthalten weniger Vitamin C als reife, also nicht vom süßen Geschmack beirren lassen.

  • Bildet zwar nicht ausgeprägt Adventivwurzeln, so dass man es bei einer besonderen ausgewählten Tochterpflanze mit Stecklingsvermehrung probieren kann.

  • Niedrige Temperaturen (16- 20°C ) bewirken Angstblütenansatz, statt Blattwachstum.

  • Erst ab 35°C sind Schäden an der Pflanze zu erwarten.

  • Öfter Kopfdüngen verträgt sie besser als eine einzige große Gabe.

  •  Bei großfrüchtigen Sorten (Gemüsepaprikas) lässt man pro Verzweigung immer nur eine Frucht reifen.

  • Für die Vorkultur nimmt man relativ große Töpfchen (10 cm Ø).

  • Die Blätter unterhalb von geernteten Früchten können entfernt werden (Gewächshaus Pilzdruck).

  • Erste Kopfdüngung erst dann, wenn kleine Früchte zu sehen sind.

 

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