Kartoffeln

Tipps für Erhalter

  • Die indigene Bevölkerung der amerikanischen Hochländer fördert die Formenvielfalt, indem sie regelmäßig wilde Kartoffeln in den Feldern blühen und damit eine Kreuzung bewusst zulässt.

  • Kartoffeln lassen sich sehr gut über ihre Knollen sortenrein vermehren, das sind eigentlich zu Speicherorganen verdickte Sprosse.

  • Gerade bei der Kartoffel bietet es sich an, über besondere Gemüsemärkte zu schlendern und Ausschau zu halten nach ‘Bamberger Hörnla’ oder rotschaligen Sorten. Allerdings läuft man dann auch Gefahr, oberflächlich gesunde, aber schon mit Pilzen (Kraut- und Knollenfäule) infizierte Sprossen zu erwerben. Bitten Sie darum, die Kartoffeln selbst aussuchen zu dürfen, und nehmen Sie die »schönsten«.

  • Anthroposophen wenden für gesunde Kartoffeln die »Äugelmethode« an. Dazu schneiden sie ein gesundes, schlafendes Auge kegelförmig aus. Diese Augenkeile werden in Kisten mit einem Holzasche-Sand-Gemisch vorgezogen. Und wenn die Augen 2 bis 3 Millimeter lange neue Sprosse ausgetrieben haben, werden diese ausgepflanzt.

  • Die neue Pflanze bildet zwar nicht so viele Knollen wie Pflanzen aus ganzen Saatkartoffeln, aber dafür ein gesundes, starkes Wurzelwerk. Man gibt der Kartoffel auf diese Weise die Chance, sich die Nähr- und Medizinstoffe aus dem Boden zu holen, die sie für ihre Gesundung und Bildung von Widerstandskräften braucht. Außerdem kann das alte Kartoffelgewebe rund ums Auge schnell im Boden zersetzt werden, sodass krankmachenden Sporen dies fehlt, um die junge Pflanze zu infizieren.

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Die meisten Augen hat eine Saatkartoffel auf der dem Nabel gegenüberliegenden Seite (wo sie an der Mutterpflanze hing). Wer sich viel Mühe gibt, sollte diese Seite beim Vorkeimen nach oben schauen lassen, dann braucht sich der frische Trieb nicht um die alte Knolle herumzuwickeln.

  • Die in der Wärme vorgekeimten Kartoffeln sollten vor dem Legen wieder »abgehärtet« werden, indem sie eine Weile temperiert, das heißt auf die Beet-Bodentemperatur heruntergekühlt werden.

  • Bei Kartoffeln lohnt sich die Abdeckung mit Vlies für einen Entwicklungsvorsprung, denn unter dem Vlies wird der Boden 1 bis 1,5 °C wärmer, das ist im Frühjahr enorm.

  • Kartoffeln können in unseren Böden den Winter überstehen. Sie keimen und wachsen bei Bodentemperaturen ab 15 °C. Bodentemperaturen über 20 °C und Sommertage mit über 30 °C mögen die Hochlandgewächse nicht. Am besten wachsen bei mir im Garten die Knollen, die ich vergessen habe, das heißt, die meiner Küchenernte entgangen sind.

  • Die meisten Knollen werden erst gebildet, wenn die Tage wieder deutlich kürzer werden, also so ab August (ausgenommen Frühkartoffeln, deren Entwicklungszyklus ist gen Sommer verschoben).

  • Ob Sie die Kartoffeln auf Dämmen anbauen, bleibt Ihrer Gießfreude überlassen, denn mehr Wasser brauchen die Knollen dann schon. Die Kultur klappt aber fast genauso gut ohne das Anhäufeln. Angeblich bilden die Kartoffeln angehäufelt mehr Knollen. Probieren Sie es aus.

 

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