Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Gartenkürbisse* haben wunderbar große Blüten. Sie eignen sich idealerweise zum Ausprobieren gezielter händischer Befruchtung. Die pollentragenden Pinsel und die Stempel mit den Fruchtknoten darunter, sind in den großen Blüten besonders einfach zu erkennen. Wenn man Gartenkürbisse bewusst kreuzen will, dann muss man allerdings früh aufstehen, damit einem die Bienen nicht doch noch zuvorkommen. Zusätzlich sollte man am Vorabend die Blüten, von denen man denkt, dass sie in den Morgenstunden aufgehen werden (weil sich ihre Blütenblätter schon etwas auseinanderspreizen), mit Malerkrepp dicht zukleben.

Keine Blüte blüht unendlich lang, die Blüten der kleinen Kürbisse sind gerade mal einige Stunden fruchtbar. Der Pollen sollte ganz frisch sein, also von einer kurz vorher gepflückten männlichen Blüte (unbedingt) einer anderen Pflanze stammen, sonst nimmt man Selbstungen vor, die nach einigen Wiederholungen zu degenerativen Erscheinungen führen können. Meist nimmt aber einfach nur die Fruchtbarkeit ab, d.h. die zu eng verwandten (zu homogenen) Pflanzen setzen keine oder kaum Beeren an.

*) Der Begriff "Gartenkürbis" bezieht sich auf den Anbauort im Gegensatz zum Feldkürbis. Er ist botanisch nicht ganz korrekt, bzw. gilt eigentlich auch für C. maxima.

**) Auch der Begriff "Sommerkürbis", trifft nicht auf alle, aber einen großen Teil der bei uns üblichen C. pepo zu, etwa die Zucchini-Typen, die im Sommer wachsen, geerntet werden und schnell verbraucht werden müssen.

Anbautipps für Gärtner und Köche

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Profis erwärmen den Boden, indem sie schwarze Mulchfolie auflegen und dann in den erwärmten Boden säen oder pflanzen. Mulchfolie ist meist aus Plastik, das irgendwann zu Mikroplastik zerfällt, wenn es nicht richtig entsorgt wird.
  • Bei Voranzucht im Topf sind größere Töpfe (Standardtöpfe mit einem Durchmesser von 11 Zentimetern, sogenannte 11er) geeigneter als kleinere, die Pflanzen können ihre typischen Wurzeln besser entwickeln und danken es mit einer früheren Ernte.
  • Jungpflanzen, die zu früh beziehungsweise vor dem letzten Nachtfrost ausgesetzt wurden, müssen mit Vlies geschützt werden. Dies bewahrt später auch vor Blattlausbefall. Die Schädlinge können nämlich nicht nur saugen, sondern auch Viren übertragen.
  • Trick: Wenn man nur eine Sorte anbaut und die Nachbarn auch, dann sollte man einige Pflanzen circa 2 Wochen früher anbauen, denn sie dienen dann als natürliche Befruchter. Es ist nämlich so, dass die erste Blüte eines Zucchino immer eine weibliche ist, und die braucht die etwas älteren, weiter entwickelten und bereits männliche Blüten tragenden Brüder. Danach kommen zumindest bei mir immer etliche männliche Blüten, bis Wochen später wieder die weiblichen erscheinen und Früchte tragen.
  • Zucchini können auch noch in raueren Mittelgebirgslagen gut wachsen. Frost mögen sie trotzdem nicht.
  • Um Mehltau bei ungünstiger Witterung einzudämmen, empfiehlt es sich, abends nur dann zu gießen, wenn noch ausreichend Tageswärme das Wasser auf den Blättern trocknen lässt. Manchmal reicht schon Tau für die Entwicklung des Pilzes, so dass morgendliches gießen nur an heißen Tagen in Betracht kommt.
  • Die Anzahl der Früchte hängt ab von der Ernte, je mehr und je jünger beziehungsweise unreifer geerntet wird, desto mehr neue Blüten werden angesetzt.
  • Händische Befruchtung ist auch in kühlen Jahren, in denen der Fruchtansatz überhaupt zu wünschen übriglässt, ein probates Mittel für eine bessere Gemüseernte.
  • Wenn man Zucchini in Furchen setzt, können sie einfacher mit Vlies abgedeckt werden, ohne dass die zarten Pflanzen vom Vlies beschädigt werden, da dieses auf den Dammkronen aufliegt.
  • Für eine Gemüseernte bauen die Profis mehrere Sätze hintereinander an und ernten immer nur die ersten zarten Zucchini.
  • Bewässerungssysteme (Tontopf, Tröpfchenbewässerung), welche die Blätter unbenetzt lassen, sind vorteilhaft, vor allem in der Phase des Beerenwachstums, in der die Sommerkürbisse von reichlich Wasser besonders profitieren.
  • Falls im Herbst das Wetter nicht mehr so recht mitspielt und die Blätter echten Mehltau bekommen, kann man diesen mit einer Wasser-Buttermilch-Emulsion besprühen und so den Befall noch ein wenig im Zaum halten und die Blätter noch etwas stoffwechseln lassen.

Tipps für Erhalter

Meist schlagen die kleinen Kürbisse bei Reife in der Farbe um, so glaubt man gar nicht, dass sie leuchtend gelb sein können und auch von der Größe her eher an Winterkürbisse erinnern.

  • Für eine optimale Frucht und damit Samenentwicklung brauchen Sommerkürbisse in der Phase des Beerenwachstums ausreichend Wasser.
  • Stress in Form von Wassermangel oder Kälte führt zu vielen männlichen Blüten.
  • Der Ansatz von männlichen Blüten ist eher weniger sortenabhängig, jedoch ist die Witterungsempfindlichkeit stark von der gewählten Sorte abhängig, so dass dies indirekt wieder auf den Blütenansatz wirkt.
  • Ich glaube, dass es den Menschen vor allem um die Formenvielfalt ging, als sie Zucchinisorten auslasen. Die bei uns üblichen Zucchini-Sorten sind in der Hauptwachstumsphase weniger kälteempfindlich als Winter-Kürbisse, und vielleicht könnte man sie weiter in dieser Richtung züchterisch beeinflussen. Im Herbst sind sie im Vergleich mit den "Großen" dann aber wieder empfindlicher, schon bei den ersten kälteren Nächten bekommen sie Mehltau.

 >> Zurück zur Familie Kürbisgewächse

Spezialwissen