Signatur

Signatur der Kürbisgewächse:

Mond, Jupiter      

Farbmagie:

fahlviolett, rötlich-violett

Die feinstofflichen Qualitäten der Erdalkalien, zu welchen Kalium werden über den Himmelsausschnitt des Sternbilds Jungfrau  vermittelt.

 

Kulturgeschichte

Kuerbisgewaechse SeidelDie Wissenschaft streitet sich über die Zeiträume seit wann welche Art genutzt oder ausgelesen wurde, bzw. jede weitere Ausgrabung und neue Analysemethode (Radiocarbon, Genetischer Vergleich) bringt weitere Erkenntnisse. Die vielleicht ältesten in mittel- und südamerikanischen Siedlungen bewusst angebauten Gemüse könnten Kürbisgewächse gewesen sein.

Ob als Nahrung oder als Gefäß sei mal dahingestellt. Man könnte spekulieren, ob die Beeren größer und fruchtbarer wurden, weil der Mensch diese nicht nur mit sorgender Hingabe, sondern auch mit seinen kaliumhaltigen menschlichen Exkrementen förderte und damit eine Koevolution auslöste. Ebenfalls enthält der älteste (unbewusst angefallene) Dünger, die durch Brandrodung oder Lagerfeuer entstehende Holzasche Kalium.

Nach Hauschka übermittelt das Kalium die Informationen zur Hüllenbildung und vergleicht den Charakter dieses Stoffes mit Kali-Seife, die ebenfalls (den Schmutz) benetzt und umhüllt, nur das hier die Hülle des Samenkorns verbessert wird. Kalium stellt das empfangende Element oder eben das Gefäß dar, welches für die anschließende Teilung unabdingbar ist, schließlich bildet sich jedes Samenkorn erst nach der aktiven Befruchtung im "Gefäß" Fruchtknoten.

Hohe Fruchtbarkeit, d.h. Samen in Hülle (eingehüllt!) und Fülle werden durch Kalium gefördert. Um die feinstofflichen Eigenschaften des Kaliums von denen des Siliziums abzugrenzen, stelle ich mir seine Wirkung als Tätigkeit (etwas teilen) vor und die des Siliziums als starren "Formenbestimmer" von außen, also als die "Geometrie" der Samen – und Pflanzenform. Das Kaliumcarbonat ist in der Homöopathie ein wichtiges Mittel bei Menstruationsproblemen und zur Geburtshilfe, also auch beim Menschen hat es einen Bezug zur weiblichen Fruchtbarkeit.Kuerbisgewaechse Holzasche

Wenn man den Blatt- und Fruchtkaliumgehalt von Gurken mit elf anderen Gemüsen vergleicht, wird man erstaunt sein, dass dieser der K-Spitzenreiter (Krug, nach Bergmann S. 160) ist. Wer weiß, ob sich nicht weitere Kulturpflanzen allein aufgrund der Düngung und Anbauweise in ihrer Gestalt dem Menschen gefallend ändern und größere fruchtfleischige Hüllen, also Beeren bilden könnten. Vielleich würde parallel zu so einer Entwicklung die Giftigkeit abnehmen (verdünnt werden). Dann wären sogar Explodiergurken oder die einzigen wirklich heimischen Kürbisgewächse, nämlich unsere giftigen Zaunrüben Bryonia dioica), interessant. Ob dann ihre Kooperation mit einer bestimmten Sandbienenart noch klappt, ist dann allerdings fraglich. Nicht dass durch menschliche Züchtungsarbeit eine weitere Bienenart verdrängt wird!

In Österreich ist C. hardwikii (Ursprung Himalaya) der Gurkenahne verwildert aufgefunden worden. Auch an diesem Neophyten könnte der Domestikationsprozess nochmal nachgezüchtet werden. Leider sind alle Kürbisgewächse sehr wärmeliebend, eben typische Kinder der Tropen und Subtropen. Und man kann schon glücklich sein, wenn ihre Samen im Kompost unsere Winter überleben. Ob eine gute Kaliumversorgung neben dem Wasserhaushalt (es regelt den Turgordruck, den pflanzlichen "Blutdruck", indem es die Stomata schließt) auch den Wärmehaushalt der Pflanze beeinflusst, kann ich nicht  mit Gewissheit sagen, etwa analog der häuslichen Stoßlüftung.

Welcher Stoff oder welche Stoffgruppe macht die Kürbisgewächse nun teils so giftig? Es sind die bitter schmeckenden Cucurbitacine. Aber auch hier geht es um die Dosis, denn einmal an der Frucht lecken tötet nicht. Wenn die Frucht zu bitter ist, wird die Pflanze nicht für die Saatgutgewinnung ausgewählt. Die Bildung von Cucurbitacinen kann genetisch verankert sein, sie ist aber häufig bei unseren Kulturpflanzen auf Stress, etwa durch unzureichende Wasserversorgung zurückzuführen. Und damit wären wir wieder beim Kalium-Wasserhaushalt.

Kalium als Dünger wird erst seit Mitte des 19. Jahrhundert gefördert. Das erste Kalibergwerk befindet sich nahe Magdeburg. Davor gab es ausschließlich Pottasche als K-Quelle, welche aus Holz gewonnen wurde. Die Kehrseite des Kalidüngers sind die Halden, die teils schon fast liebevoll "Monte Kali" oder "Kalimandscharo" genannt werden. Die meisten davon liegen in Niedersachsen, z.B. Hattdorf, Bokeloh oder Sollstedt. Bis zu 200 m hoch, sind sie bereits gewachsen2) . Und wenn die Betriebsgenehmigung keine weitere Höhenzunahme erlaubt, dann muss in die Breite erweitert werden. Auf den künstlichen extrem steilen Bergen befindet sich der Abraum, denn das Ausgangsgestein enthält nur zu höchstens 35% das wertvolle Rohsalz. Der Rest ist Abfall, und wird nicht zurück unter Tage gebracht. Dieser Abfall enthält immer noch Salz und leider auch Schwermetalle, welche durch den Niederschlag auf Dauer das Grundwasser bedrohen würden. Ich frage mich, was der Mensch in den Eingeweiden der Erde zu suchen hat? In der Vergangenheit gab es Kulturen, die unserem Planeten mehr Respekt zollten! Wir sollten "Mutter Erde" dafür dankbar sein, dass alles was der jetzigen Biosphäre schadet tief in ihr eingeschlossen ist.

Gedanken zur Fruchtfolge

Nach Gurken sollten keine Doldenblütler folgen, es sei denn, die Gurken waren gesund (ohne Befall des Gurkenmosaikvirus).

Spinat und andere Gänsefußgewächse eignen sich als Vorkultur genauso wie Erbsen u.a. Hülsenfrüchte.

Ölkürbisse werden von manchen Landwirten gerne in Mais-Fruchtfolgen eingebaut, da sie keinen Wirt für den Maiszünsler darstellen (der aber an den Kürbisblüten nagt).

In den Gewächshäusern der gewerblichen Gemüsegärtner werden gerne Gurken und Tomaten im Wechsel angebaut.

Botanik, Blütenökologie und Bestäuber

Blütenformel 
Zahlenmagie: Zwei, Paar

Oft bilden ihre Vertreter rankende Arten aus wie es sonst nur von den Hülsenfrüchtlern bekannt ist. Ihre Blätter sind wechselständig und häufig gelappt.Kuerbisgewaechse Buckzucchinisong

Die 5-zähligen radiär-symmetrischen Blüten sind häufig eingeschlechtlich, sie stehen immer einzeln. Es gibt ein- und zweihäusige Arten. Oft wurde durch züchterischen Eingriff das Geschlechterverhältnis zur ursprünglichen Art verschoben. Die Blütenblätter sind je nach Art verwachsen oder frei. Die Kelchblätter sind oft arttypisch rückgebildet, kaum in Erscheinung tretend, dünn wie die Ranken. Der Fruchtknoten ist  unterständig und aus ihm entwickelt sich eine Beere als Frucht. Die nur krautige Pflanzen hervorbringenden Kürbisgewächse können mit den größten Beeren im Pflanzenreich aufwarten. Auch Kürbisgewächse können tiefwurzelnde Pfahlwurzeln bilden, wenn man sie nicht durch Umpflanzen verletzt. Direkt gesäte Wassermelonen oder die giftigen Spritzgurken kommen so hervorragend mit trockenen Sommern aus.

 

Professionell angewandte Kreuzungs- und Hybridisierungstechniken

  •  Bestäubung von Hand
  • Regelmäßige Entfernung der männlichen Blüten auf Mutterpflanzen
  • Ausnutzen von Linien mit männlicher Sterilität/Unfruchtbarkeit
  • Ausnutzen von Linien, die rein weibliche Blüten tragen
  • Steuerung der Fruchtbarkeit und Empfängnisbereitschaft mittels Chemikalien, z.B. Ethrel und G.A.)

Gemüse und mehr

Allgemein bekannte Gemüse
  • Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria)
  • Gurken (Cucumis sativus)
  • Kürbis, Winterkürbis (Cucurbita maxima )
  • Wassermelone (Citrullus lanatus)
  • Zucchini, Sommerkürbis (Cucurbita pepo)
Gemüse mit Entwicklungsbedarf oder für den Klimawandel
  • Gemüsemelone (Cucumis melo Gruppe Conomon )
  • Indische Gurke (Cucumis anguria)
  • Kiwano, Horngurke (Cucumis metuliferus)
  • Korila, Inkagurke (Cyclanthera pedata)
  • Minigurke (Zehnaria scabra)
  • Moschuskürbis (Cucurbita moschata)
  • Wachskürbis (Benincasa hispida)
  • Wassermelone (Citrullus lanatus)
  • Zuckermelone (Cucumis melo Gruppe Cantalupensis )
Gründüngepflanzen / Zwischenpflanzung

Zierkürbisse (z.B. Cucurbita maxima diverse Gruppen z.B. Turbaniformis, Zapalitina, Bananina, Parifructina)

Einjährige Arzneipflanzen für Jauchen, Tees und Beizen
  • Ajogulan; Kraut der Hundertjährigen, Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum)
  • Spritzgurke (Ecballium elaterium) giftig
  • Zaunrübe (Bryonia dioica und Bryoniaalba) giftig
Unkräuter aus aller Welt
Lebende Vorfahren und nahe Verwandte
  • Cucumis africanus (es gibt bitterfreie Varianten)
  • Cucumis maderaspatanus
  • Cucumis ritchiei
  • Cucumis hardwickii
  • Cucumis hystrix