Signatur

Signatur: Saturn und Mars

Farbmagie: weiß, grauweiß, graugrün

Die feinstoffliche Qualität des füllenden Kalkstoffes werden über den Himmelsausschnitt mit dem Sternbild Waage vermittelt.

Kulturgeschichte

... Hinweise zu verbreiteten Inhaltsstoffen, Düngung und alchemistische Gedanken

Kreuzbluetler Schadstoffe

Blattdifferenzierung bei Gruenkohl

Blattdifferentzierung bis hin zur Blüte am Wirsing

Ich möchte an dieser Stelle den sehr wichtigen weißlichen Mineralstoff Kalzium oder Pflanzennährstoff Calcium näher betrachten. Denn zwischen diesem Mineralstoff und den Brassicaceaen gibt es mehr Verbindungen als auf Anhieb vermutet werden kann.

Jetzt aber erst mal zum metaphorischen Kalk: Weiß erscheint uns oft Materie wenn sie tot ist: Kalkweiß ist Knochenweiß. Ich wohne im Gebiet des Oberpfälzers Juras mit seinen weißen Kalkschotter-Feldwegen. Ich bin aufgewachsen im fränkischen Jura mit seinen Kalksteinbrüchen, den ehemaligen Gebirgen aus "Knochen", oder zumindest aus zigtausenden Versteinerungen, die das Urmeer hinterlassen hat. Und in vielen menschlichen Kulturen ist weiß die Farbe des Todes und der Trauer, nicht wie bei uns schwarz! Kalk ist nach Hauschka die (aus)füllende Substanz schlechthin, sie gibt Festigkeit und einmal nicht esoterisch, verklebt Calcium, z.B. wenn CaOH2 zu Zement und Mörtel aufbereitet wird Steinchen miteinander und sowie im Boden sorgt es für die Lebendverbauung also für haltbare Krümelstrukturen.

Der Brandkalk (CaO) mit einem Ausgangs-pH von über 12 erzeugt bei Kontakt mit Wasser ätzende Hitze, und desinfiziert auf diese Weise sowohl Ställe, Baumrinden (Anstrich mit Kalkmilch), als auch Böden. Er verbrennt, er trocknet aus, er entzieht das Leben: Eine aggressive Kalkung (mit Brandkalk oder Kalkstickstoff (CaCN2) übersteht kein Kohlhernie-Schleimpilz (Plasmodiophora brassicae), dessen Dauersporen ansonsten im Boden bis zu 20 Jahre überleben könnten. Und weil viele Kohlvertreter Wirt dieses Pilzes sind, sind sie eben auf Kalkgaben, bzw. auf leicht basische Böden angewiesen.

Dieser Kalk hat für mich einen klaren Saturnbezug: als Grenzgänger kann Kalk eben den Tod bringen … und gleichzeitig das Leben fördern!

Er kann, wie Magnesium und Silizium, ein Kolloid bilden. Und kolloidale Eigenschaften sind nach Hauschka eine Grundvoraussetzung für lebendige Vorgänge, wobei Wasser das lebendigste Dispersionsmedium darstellt, mit welchem dann auch folgerichtig der Kalk benetzt wird.

Beim Wasserhaushalt der Pflanze spielen Calcium-Ionen als Gegenspieler des Kaliums eine Rolle, sie sorgen dafür, dass der Turgordruck (Quellungszustand) zurückgeht. Die Zelle soll ja bei einem Überangebot an Wasser nicht platzen.

Kreuzbluetler PfanzenneurobiologieSowohl im Menschen als auch in der Pflanze ist Kalzium o. Calcium für die Signalübertragung wichtig, auch wenn diese bei Pflanzen nicht an Nerven sondern an ihre Leitbahnen gebunden ist.

Innerhalb aller lebenden Zellen ist Calcium zudem unabdingbar notwendig für die Synthese von Eiweißen. Die interzellularen Proteinfabriken heißen endoplasmatischen Retikulum und genau dort findet man dann auch diesen Stoff eingelagert.

Kein Wunder, dass es in Samen in stattlichen Mengen analysiert werden kann. Und es käme ohne dieses Element auch zu keiner Samenbildung, denn Calzium fördert das Wachstum des Pollenschlauchs.

Speziell Kohlgewächse sind ein "Superfood" für Veganer, die auf Kalzium aus pflanzlichen Quellen in bioverfügbarer Form angewiesen sind: Viele Kohlgewächse, allen voran Grünkohl, Brokkoli und Chinakohl können mit ähnlich gut verfügbaren Kalzium wie Milchprodukte aufwarten. Wohingegen Calciumoxalate, die von Spinat und Rhabarber eingelagert werden, für uns gesundheitlich abträglich sind.

Aus vielen Kreuzblütler-Samen lassen sich gesunde Speiseöle pressen. Diese sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Und wenn die Pflanzen, wie ehemals der Raps, zu viel (einfach gesättigte) Erucasäure produzierten, hat man in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, ganz konventionell, züchterisch diejenigen Linien ausgewählt, die arm an dieser Fettsäure waren. Ähnlich ist man mit der Gondosäure vorgegangen. Nicht nur Raps, sondern auch Senf (Sinapis alba, Brassica juncea) enthalten diese speziellen Glucosinolate (so werden die Senffettsäuren wissenschaftlich genannt). Aber nur durch das Vermahlen des ganzen Korns mit all seinen Inhaltsstoffen werden sie auf ein bekömmliches Maß verdünnt und wir können ihren zwar scharfen aber gleichzeitig antiinflammatorischen, antioxidativen und antikanzerogenen Charakter genießen. 

Gedanken zur Fruchtfolge

Der konventionellen, Gräser-lastigen Landwirtschaft (inkl. Mais, der ja auch zu den Süßgräsern gehört) sind die vielen Gründüngungspflanzen aus der Familie der Brassicacaen sehr willkommen. Die meisten keimen das ganze Jahr über sobald es ihnen genügend feucht und ausreichend warm ist. Die Jahreszeit und Tageslänge ist ihnen dabei fast egal. Wenn es richtig Winter wird, d.h. über Wochen Minusgrade, dann frieren die Gründüngungssorten garantiert ab. Eine weitere Eigenschaft, die im Zwischenfruchtanbau geschätzt wird.

Im Gemüsebau hingegen hat man das Problem aufgrund der vielen essbaren Kohlgewächse die Fruchtfolge weiter zu stellen und das nach Möglichkeit ohne Gräser!

Vor Kohl empfiehlt man den Anbau von Leguminosen, aber danach? Es werden Zwiebelgewächse oder Vertreter der Apaiaceaen angeführt. Nachtschattengewächse sollten hingegen nicht folgen. In meinem Lehrbetrieb folgte auf Blumenkohl auch gerne Salat und umgekehrt.

Hinsichtlich der Fruchtfolge sollte bei den Kohlgewächsen zusätzlich zwischen Starkzehrern (z.B. Kopfkohle) und Schwachzehrern (z.B. Radieschen) unterschieden werden. Bei letzteren ist eine kürzere Anbaupause üblich, während man versucht bei den großen Kohlgewächsen mehrjährige Hygienepausen einzuhalten. 

Botanik, Blütenökologie und Bestäuber

Blütenformel: +K4C4A2+4G(4)
Zahlenmagie: 4 Vier- und Achteck, eckig, kantig, 4. Jahreszeit, Wintervorrat

Rapinibluete Spinne Schwebfliege v2

Spinne jagt Schwebfliege auf einer Rapiniblüte

Am typischsten sind wohl die 4-zähligen, kreuzständigen Blütenblätter (mit eben 2 Symmetrieebenen), denen die gesamte Familie den alten Namen "Kreuzblütler" verdankt. Auch die Kelchblätter sind vier an der Zahl. Sie sitzen versetzt zu den Blütenblättern. Die Blüten sind durchgängig zwittrig und besitzen einen oberständigen Fruchtknoten. Staubblätter sind vier längere und 2 kürzere ausgebildet. Der Blütenstand ist meist eine Traube, seltener eine Rispe der ohne Gipfelblüte immer weiterwächst (deswegen lange Blütezeit).

Die Blätter werden wechselständig angeordnet und zwar immer um 3/8 um den Stängel weitergedreht. Nebenblätter gibt es nicht.

Die Früchte sind je nach Größe Schoten oder Schötchen und besitzen immer eine Scheidewand, weil sich ein Schötchen aus 2 weiblichen Fruchtblättern entwickelt.

Die Familie hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in der gemäßigten Zone. Sie hat nur Kräuter ausgebildet, die teils ein- teils mehrjährig wachsen können.

Kohlgewächse insbesondere die der Art B. oleracea sind ausgesprochene Fremdbestäuber, diese wird über eine schwache Protogynie gesteuert. Sie sind auf Bestäuberinsekten angewiesen und werden von Honig-, als auch Wildbienen besucht. Teilweise schaffen es auch Schmetterlinge an Kohlblüten zu naschen. Letztlich tragen auch die Käfer, allen voran Rapsglanzkäfer zur Bestäubung (wenn auch in geringeren Umfang) bei.

Techniken zur Kreuzung, bzw. Hybridisierung

  • Ausnutzung von Selbstunverträglichkeiten (Inkompatibilitätsmechanismen) mit anschließender Insektenbestäubung
  • Ausnutzen von Linien mit männlicher Sterilität/Unfruchtbarkeit
  • ist eine Steuerung der Fruchtbarkeit und Empfängnisbereitschaft mittels Chemikalien, z.B. Äthrel und G.A. sinnvoll.

Gemüse und mehr

Allgemein bekannte Gemüse
  • Grünkohl (Brassica oleracea var.sabellica)
  • Meerkohl/Crambe (Crambe maritima)
  • Stilmus/Mairübchen/Herbstrübchen (Brassica rapa ssp. rapa)
Gemüse mit Entwicklungsbedarf oder für den Klimawandel
  • Abessinischer Kohl (Brassica carinata)
  • Chinesischer Brokkoli (Brassica oleracea var.alboglabra)
  • Choisum (Brassica rapa ssp. chinensis var. parachinensis)
  • Hohe Rauke (Sisymbrium altissimum)
  • Komatsuna, Senfspinat (Brassica rapa ssp. nipposinica var, chinoleifera)
  • Orientalische Zackenschötchen (Bunias erucago)
  • Pak Choi (Brassica rapa ssp. pekinensis)
  • Türkische Rakete (Bunias orientalis)
Gründüngepflanzen
  • Ackersenf (Sinapis arvensis)
  • Futterkohl (Brassica oleracea var. viridis)
  • Markstammkohl (Brassica oleracea var.medullosa)
  • Meerkohl (Crambe
  • Ölrettich
  • Schwarzer Senf (Brassica nigra)
  • Weißer Senf
  • Weißer Senf (Sinapis alba)
Einjährige Arzneipflanzen für Jauchen, Tees und Beizen
  • Meerrettich (Amoracia rusticana)
  • Rapsöl als Grundlage für diverse Spritzmittel
Unkräuter weltweit

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