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Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Spinatsamen - spitzig und rund

Saatgutgewinnung ganz praktisch

Die fertigen Samen bleiben noch eine gute Weile an den vertrockneten Samenträgern hängen. Durch Wackeln oder Anstoßen der Samenträger können sie dann aber ausfallen. Deswegen erntet man den kompletten vertrockneten Samenträger indem man ihn abschneidet und erst mal in einen Sack, Kopfkissen oder Papiertüte steckt.

Wenn man Zeit hat kann man dann ganz gemütlich am Tisch einen Samenträger nach dem anderen abstreifen. Handschuhe können von Vorteil sein, vorallem, wenn man den spitzigen Spinat vermehrt. Mittels Sieben entfernt man Stängel- und Blätterstückchen. Spitzige Samen lassen sich selbst mit groben Sieben schlecht säubern, hier hilft Windsichten (Spreu vorsichtig weg pusten). 

 

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Mag, wenn er überwintern soll, nicht austrocknen. Am besten wird er durch Schnee geschützt.

  • Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Pflanzen ist sortenabhängig und beträgt meist 1:2.

  • Ausgesät ist Spinat ein ausgesprochener Tiefwurzler und holt Nährstoffe und Feuchtigkeit mindestens aus einem Meter Tiefe.

  • VOGEL empfiehlt die Fruchtfolge weiter zu gestalten, wenn Rüben in der Nähe wachsen.

  • Leider bevorzugt die Bohnenblattlaus auch Spinat.

  • Damit Spinat nicht überschüssiges Nitrat in Nitrit verwandelt, sollte die N-Düngung mäßig ausfallen.

  • Gewöhnlich enthält Spinat einiges an Vitamin C, dieses verhindert, dass sich Nitrat in Nitrit verwandelt. Wenn man Spinat kocht, dann zerstört man das Vitamin C. Am Ende der Garzeit ein Spritzer Zitronensaft hinzugefügt ersetzt es.

  • Nitrit entsteht aber auch bei Stress und Sommerhitze.

  • Ein Blanchieren vor der Zubereitung senkt den Nitritgehalt (vorausgesetzt, das nitrithaltige Kochwasser wird nicht in der Küche weiterverwendet, im Garten kann man damit düngen).

  • Auf Sandböden kann Spinat weniger Nitrat aufnehmen.

  • Spinat enthält neben Oxalsäure auch wertvolles Kalzium, sodass sein Verzehr für die Knochen unschädlich ist, d.h. er entzieht kein Kalzium aus den Knochen.

  • Selbst wer Samen ernten möchte, kann von den Rosetten moderat Spinatblätter ernten.

  • Infizierte Rapsbestände können Spinat mit einem Virus anstecken.

  • Überwinternder Spinat ist je nach Witterung besonders anfällig für falschen Mehltau.

Tipps für Erhalter

  • Spinat steuert seine Vernalisation extrem über das Licht (solang im Kurztag bleibt er im Rosettenstadium).

  • Spinat wird nicht durch Temperatur, d.h. Kälte vernalisiert! Eher durch Trockenheitsstress.

  • Die männlichen Blüten entwickeln sich am Sprossende hingegen die weiblichen in den Blattachseln.

  • Zur Samengewinnung, nur in milderen Gegenden ist Herbstaussaaat zu empfehlen, üblicher ist die Aussaat im zeitigen Frühjahr mit den noch kurzen Tagen.

  • Es gibt Sorten, die zudem zwittrige Pflanzen ausbilden, diese bilden angeblich den vitaleren Pollen.

  • Die rein männlichen Pflanzen schießen extrem früh und bringen darum wenig Blattertrag und nach GOUGH haben sie keinen guten Pollen, im Gemüseanbau werden sie nach dem Erkennen ausgerissen (es sei denn das ganze Feld ist schon für Jungspinat geerntet).

  • Die Samen sind reif, wenn sie sich gelb bis braun färben.

  • Bei stacheligen Sorten, sollten die Stacheln nicht entfernt werden.

  • Spinat sollte auf Küchenabstand (d.h. wie für die Gemüseernte üblich) gesät werden und dann stark verzogen, so dass er am Schluss doppelt so viel Platz hat, wie ursprünglich.

  • Der Pflanzenabstand hat einen gewissen Einfluss auf das Schießen.

  • Die Pflanze blüht von unten nach oben, d.h. auch die Samen reifen zuerst unten.

  • Die Samenernte erfolgt, wenn ca. 2/3 reif und hart sind. Allerdings fällt der kleinere überreife Teil dann auch schon aus.

  • Man erntet die gesamte weibliche Pflanze und hängt sie zum Nachtrockenen noch ca. 1 Woche kopfüber auf.

  • Die Samen können mit den Händen, oder bei großen Mengen mit Handschuhen abgestreift werden, bzw. sollten dann allerdings mittels Tuch aufgefangen werden.

  • Durch Windsichten und Sieben bekommt man sie ganz gut sauber.

  • Die männlichen Blüten sind 3 – 5 zählig, wohingegen die weiblichen Blüte 2 – 4-zählig sind. Die zwittrigen Pflanzen haben geteilte und ungeteilte Blütenblätter.

  •  Je nach Sorte ist das Geschlechterverhältnis 6:2 bis 14:2, wobei die weiblichen Pflanzen überwiegen.

  • Im Blühstadium kann es zu Lagern, d.h. umgefallenen Pflanzen kommen, das ist aber sorten- und witterungsabhängig).

  • Um das Geschlechterverhältnis sicher bestimmen zu können, muss man eine ausreichend große Anzahl blühen lassen.

 

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