Signatur

Signatur der Nachtschattengewächse: Saturn         Farbe: fahl, Grau, Silber, Graugrün

Salz

 

Die feinstofflichen Qualitäten der Alkalien (Na), ohne welche ebenfalls kein klassisches Salz entstehen kann werden über das Sternbild Jungfrau  vermittelt.
Die feinstofflichen Qualitäten der Halogene, die Partner der Alkalien bei der Salzbildung (z.B. Chlor), werden über das Sternbild Fische vermittelt.

Kulturgeschichte

Baumspinat einzelnes Blatt

Typischer Gänsefuß: hier vom Baumspinat

Viele Gänsefußgewächse zeigen die Signatur des Saturn, das bedeutet nach ZUTHER, dass sie folgende Eigenschaften tragen: Sie sind "schmucklos, … verfügen über einen hohen Gehalt an Mineralien. … haben mit Kälte und Trockenheit ein gutes Auskommen."

Die Gänsefußgewächse, insbesondre aus der Gattung der Beta-Rüben können bis zu einem bestimmten Teil Kalium durch Natrium ersetzen, man nennt sie deshalb auch natrophil. Im Gegensatz dazu ist Natrium für aus anderen Familien stammende Gewächse schädlich, wie etwa Mais und grüne Bohnen.

Um ein chemisches Salz zu bilden braucht es noch ein Halogen (z.B. NaCl = Kochsalz) und  da verwundert es nicht, dass die Gänsefußgewächse auch keine ausgesprochene Chloridempfindlichkeit zeigen (sie sind ganzheitlich halophil), ganz im Gegensatz zu Gurken und Kartoffeln, die eben nicht zur Familie der Gänsefüße zählen.

Mit dieser Eigenschaft findet man viele Vertreter in Gebieten mit natürlich salzhaltigen Böden, so z.B. Meeresküsten. So auch die Pflanze Salsola Soda, aus welcher im spanischen Alicante sogar das berühmte "Barillasoda" gewonnen wird. Dieses kleine Gewächs schafft es mehr als 25% Rohsoda (Na2CO3) in sich anzureichern (Trockenmasse?) und gleichzeitig 3- 4 % kohlensaures Natron (NaHCO3) besser bekannt als Backpulver. Die Zuni, ein Indianerstamm benutzten das Salzkraut Atriplex canescens um daraus eine Lauge zu bereiten, in welcher sie Maiskörner quellen lassen konnten. Das machte den Mais bekömmlicher (Wolters).

Im Sinne der Alchemisten gesprochen ist Sal, die Materie an sich, die Urmaterie, das was kreativ geformt und beseelt werden muss, allegorisch eben das Salz in der Suppe.

Ein klassischer Pflanzennährstoff ist die Alkalie Natron jedoch nicht. Chlor hingegen kommt bei der Photosynthese, also der Energiegewinnung sehr wohl zum Tragen. Insbesondere C4 Pflanzen brauchen Chlor (jedenfalls mehr als C3 Pflanzen). Und siehe da, in der Familie der Chenopodiaceaen gibt es viele Vertreter mit diesem effektiverem Stoffwechsel. Im wikipedia-Artikel zur C4-Photosynthese steht, dass dieser Stoffwechsel als "Anpassung an zunehmende Wasserknappheit und höhere Temperaturen" mehrfach von Gewächsen in dieser Familie 'erfunden' wurde.

Leider ist die Liebe der Gänsefüßler zu Salzen für uns ernährungstechnisch von Nachteil, denn beispielsweise reichert zu gut gedüngter Spinat für ihn zwar unschädliches Nitrat an, welches beim Erhitzen jedoch für uns zu giftigem Nitrosamin wird.

Es ist erstaunlich, dass aus der Pflanzenfamilie, deren Mitglieder so gut mit Salz umgehen können, bis jetzt keine Gründüngerpflanzen entwickelt wurden! Denn zum einen 'versalzen' unsere Äcker durch übermäßig ausgebrachte künstlich erzeugte Dünger (z.B. Nitrat NO3ist das Salz der Salpetersäure) und zum anderen können Böden in Zeiten von Wasserknappheit ebenfalls versalzen. Dann nämlich werden Salze nicht vom Regen in tiefere Schichten ausgespült, sondern sie wandern über die Kapillaren an die Oberfläche wandern. Diesen Effekt kann man in schlecht gegossenen Gewächshäusern beobachten, wo am Ende einer Saison Salzkrusten (Na2SO4, Na2Co3, CaCl2) den Boden weißlich erscheinen lassen. Auch in ariden Gebieten zeigt sich das gleiche Problem.

Salz macht Böden zudem hart, es zerstört die Krümelstruktur. Da sollte der Gedanke naheliegend sein, Gänsefüße zu engagieren!

Gaensefuss Fuchs Wild MoltenCocannouer bewirbt in seinem Buch "Weeds, Guardians of the Soil" regelrecht den weißen Gänsefuß, neben einigen anderen Unkräutern! Er lässt die Wurzeln für sich arbeiten, nicht den Pflug, denn dieser dreht nur die obersten Bodenschichten um. Damit dient das vermeintliche Unkraut als Bodengesundungspflanze. Und wenn man brach gefallene Äcker beobachtet oder neu aufgeschüttete Lärmschutzwälle, dann erscheint in ungeheuer großer Zahl die 'Molken' (oberpfälzer Mundart für weißen Gänsefuß) als Pionierpflanze. Allerdings haben die Bauern vor ihr schon fast Angst, denn sie produziert viele Samen. Ich sehe diese Angst als unbegründet, denn als Pionierpflanze ist diese Pflanze konkurrenzschwach und lässt sich leicht von der eigentlichen Feldfrucht zurückdrängen. Auf der anderen Seite wurzelt sie extrem tief. Und das ist der Effekt, den Cocannouer den Unkräutern im Allgemeinen zuschreibt, weswegen er sie ja 'engagiert' bzw. im Feldbestand gewähren lässt. Denn mit dieser Eigenschaft holen sie nicht nur salzverflüssigendes Wasser sondern auch andere Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten ohne mit Feldfrüchten zu konkurrieren, die meistens in den oberen 30 cm, höchstens 60 cm Tiefe Nährstoffe aufschließen. Sie können als 'Tieftaucher' Nährstoffvorräte aufbrechen und auch Pflugsohlen für Wurzeln und Würmer eröffnen. Wie sagt mein Nachbar so schön "Wenn nix wächst (weil es viel zu trocken ist), die Molken wächst immer".

Gedanken zur Fruchtfolge

Gute Vorfrüchte für Gänsefüßler stellen viele Leguminosen dar, mit der einen Ausnahme, dass ausgerechnet Fasel-Bohnen (Gattung Phaseolus) und Spinat beide von der Bohnenblattlaus heimgesucht werden können.

Wer Probleme mit Wurzelfliegen hat, der sollte auch keine Kartoffeln zuvor anbauen.

Nach den Gänsefuß-Gewächsen können Gewächse jeder anderer Familie folgen.

Botanik, Blütenökologie und Bestäuber

Blütenformel:  *P5A5G(2)

Zahlenmagie: das Ende, das Letze, Übergang

Spinatbluete mit Schwebfliege

Auch Windblütler bieten der Insektenwelt Futter

Die Familie hat viele weltweit verbreitete Kräuter und Stauden ausgebildet, die vorwiegend an salz- oder stickstoffhaltigen Standorten als Ruderalpflanzen (Rothmaler) vorkommen. Sie sind gerne sukkulent und zudem teils schwermetallresistent. Die Pflanzen und vor allem die die Vorfahren unserer Gemüse sehen häufig so aus, als ob sie mit Mehl oder feinem Salz bestäubt wären.

Ihre Blütenblätter sind, wenn überhaupt, kaum erkennbar, winzig klein, oft rückgebildet und grün, statt bunt. Sie werden in größeren Gruppen (nicht einzeln), sogenannten Thyrsen oder Dichasien angelegt und wenn man genau hinsieht, erkennt man eine radiäre Symmetrie. Die stets in unregelmäßiger Zahl angelegten Staubblätter sind häufig mit den Blütenhüllblättern verwachsen, so dass es aussieht, als ob sie gar keine Blütenblätter hätten. Gänsefüßler setzen auf Windbestäubung und wenn dieser ausbleibt, dann können sie sich auch selbstbestäuben.

Die Blätter werden wechselständig angesetzt. Nebenblätter kommen nicht vor. Der Stängel ist oft kantig, gerillt, grob.

Professionell angewandte Kreuzungs- und Hybridisierungstechniken

  • Ausnutzen von Linien mit männlicher Sterilität/Unfruchtbarkeit
  • Ausnutzung und Förderung von Zweihäusigkeit (z.B. beim Spinat)

Gemüse und mehr

Allgemein bekannte Gemüse
  • ҈҈   Spinat (Spinacia oleracea)
  • ҈   Erdbeer-, und Himberspinat (Chenopodium foliosum, Chenopodium  capitatum)
  • ҈   Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus)
  • ҈   Gartenmelde (Atriplex hortensis)
  • ҈   Mangold (Beta vulgaris Varietät)
  • ҈   Rote Beete (Beta vulgaris Varietät)
  • ҈   Spinat (Spinacia oleracea)
Gemüse mit Entwicklungsbedarf oder für den Klimawandel
  • Mauergänsefuß (Chenopodium murale)
  • Reismelde (Chenopodium quinoa)
  • Erdbeerspinat (Chenopodium foliosum)
  • Himbeerspinat (Chenopodium capitatum)
  • Salzkraut (Salsola kali) in Italien bekanntes Gemüse
  • Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus)
  • Gemeiner Queller (Salicornia europea) an den Küsten wachsende Pionierpflanze
Gründüngepflanzen
  • Baumspinat (Chenopodium  giganteum)
  • Weißer Gänsefuß! (Chenopodium album) Ruderalplanze
  • Spinat (Anbau Methode Gertrud Frank)
  • Salicornia europaea ( als Pionierplanze)
Einjährige Arzneipflanzen für Jauchen, Tees und Beizen
  • Ambrosia, Mexikanischer Tee (Chenopodium ambrosioides) für Leute, die keine Allergieneigung haben
Unkräuter aus aller Welt
  • Ambrosia, Mexikanischer Tee (Chenopodium ambrosioides) teils invasiv