Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Für den Genuss ernte ich wirklich nur Triebspitzen und junge Blätter. Ab September empfehle ich keine Gemüseernte mehr.

Saatgutgewinnung ganz praktisch

Oft ist zu lesen, dass die Samen zu ernten sind, wenn die sie beginnen sich zu verfärben. Das ist bei mir so spät, dass ich meist nicht so lange warten will, sondern die ganzen Pflanzen mit noch grünen, aber ausgewachsenen und innerlich harten Samen, ausreiße. Die Pflanzen hänge ich auf und lasse dadurch noch einige Nährstoffe in die Samen umlagern. Vor den ersten starken Frösten nehme ich die Samenkapseln ab und trockne sie im Haus nach.

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Wächst auf allen gut drainierten Böden und kommt mit allen üblichen pH-Werten von Gartenböden zurecht, egal ob eher sauer oder alkalisch.
  • Kommt mit flachen als auch mit versalzenen Böden zurecht.
  • Kann sowohl in Vollsonne als auch Halbschatten gedeihen.
  • Eine Keimung nach 9 Tagen ist bei folgenden Temperaturen möglich: tags 26°C und nachts 21°C!
  • Aus einem Samenknäuel können zwei bis drei Samen keimen. Man kann entweder nur den schönsten und vitalsten stehen lassen oder alle gemeinsam wachsen lassen.
  • Aufgrund der hohen Temperaturansprüche sollten die Pflanzen abgehärtet und deshalb erst nach den letzten Frösten ins Freiland gesetzt beziehungsweise gesät werden.
  • Neuseeländer Spinat ist vegetativ vermehrbar; das heißt, abgebrochene Triebspitzen sind in der Lage, wieder zu wurzeln.
  • Schnecken können im Jugendstadium ein Problem sein.
  • Eine Gemüseernte ist unter optimalen Wachstumsbedingungen bereits drei Wochen nach Keimung möglich.
  • Im professionellen Anbau wird Direktsaat auf enge Pflanzabstände 20 – 60 und Einmalernte nach 30 Tagen praktiziert.
  • Kann fortlaufend beerntet werden und das auch im Hochsommer, wenn kaum andere Blattgemüse wachsen.
  • Ausreichend Wasser macht das Gemüse bekömmlicher, d.h. nie den Boden austrocknen lassen.
  • Kann die ersten leichten Bodenfröste im Herbst überstehen, wächst dann aber kaum noch.
  • Wer wenig Platz im Garten hat, sollte den Neuseeländer Spinat regelmäßig beernten, damit er sich nicht so ausbreitet. Auf der anderen Seite ist er eine gute Topfbegleitpflanze, d.h. er deckt den Boden von getopften Fruchtgemüsepflanzen ab.
  • Bei Blattgemüsen muss man immer einer Nitratanreicherung durch geeignete Düngepraxis entgegenwirken. Neuseeländer Spinat sollte nicht auf frisch gedüngtem Boden stehen (besser 2. oder 3. Tracht). Humushaltige Dünger, etwa Kompost sind zu bevorzugen. Der Anbau direkt auf dem Kompost mag zwar hinsichtlich einer Beschattung eine Alternative zu Kürbis darstellen, jedoch ist in Bezug auf Nitrat davon abzuraten.
  • Der Oxalatgehalt steigt mit dem Alter der Pflanze an. In den Blättern ist er generell geringer als in den Stängeln.
  • Oxalate lassen sich in Maßen ausschwämmen, indem man das Gemüse kocht und das Kochwasser mehrfach wechselt.
  • Das Gemüse reichert positiver Weise Mengen an Eisen, Folsäure und Beta-Carotinen an.
  • Bisher sind bei uns keine Pilzkrankheiten bekannt, im Ursprungsland können Kulturen aber an Alternaria, Verticillium und Botrytis
  • Von einem Mischanbau mit Kartoffeln wird gewarnt X) , hingegen ist eine Mischkultur mit bestimmten Kohlen (Brassica oleracea var. acephala) im Herkunftsland üblich X).
  • Die besten Pflanzanleitungen findet man auf australischen und neuseeländischen Internetseiten!

 

Tipps für Erhalter

LUCAS (1846) "Man säet im Herbst oder die vorher eine Zeit lang eingeweichten Samen im April in Reihen oder breitwürfig aus, ersteres ist besser, indem der Same oft sonst zwei Monate liegt, ehe er aufkeimt. Durch Einquellen der Samen in siedend heißem Wasser wird ebenfalls die Keimung sehr befördert. [...] Einzelne Pflanzen läßt man unbeschnitten zur Samenzucht stehen. Im Spätherbst, wenn die Samen hart und fest geworden, werden die Stengel aufgenommen und die Samen ausgetrieben; sie dauern in der Regel 2 – 3 J."

  • Zur Samengewinnung ist es ratsam die Pflanzen wachsen zu lassen und nur ganz wenige Blätter zu essen, denn je älter die Pflanzentriebe werden umso größere Samen können in den Blattachseln gebildet werden.
  • Die Samengewinnung funktioniert nicht in jedem Jahr. Oft sind das Frühjahr und der Frühsommer zu kalt, sodass es zu lange dauert, bis sich die kleinen Blüten in den Achseln entwickeln. Auch die Entwicklung der Früchte braucht ihre Zeit. Bis die kleinen Kapseln so fest sind, dass ihr Kern, also der Samen, nicht mehr durchgebissen werden kann, vergehen Wochen.
  • Zu einem gewissen Grad funktioniert die Nachreife an der Pflanze. So habe ich vor den ersten Frösten Pflanzen ausgerupft und verkehrt herum frostfrei aufgehängt. Allerdings habe ich das mit einer geringeren Keimrate im darauffolgenden Jahr gebüßt.

KÖHLERs (1953) Praktisches Gartenbuch "Er ist der rechte Ersatz für den Gartenspinat während des Sommers. Dabei sind seine Triebspitzen und die Blätter noch feiner im Geschmack. Seiner größeren Verbreitung steht leider seine etwas schwierigere Anzucht aus Samen im Wege. Diese sehr hartschaligen Samen keimen bei Herbstaussaat im Frühjahr."