Signatur

Signatur der Doldenblütengewächse: Merkur-Götterbote und Arzt, Rhythmus, Schwingung, Welle, Wasser, Fluss und Zeit     

Als das lösende, fließende lebendige Grundprinzip, das YIN der Alchemie hat Mercurius keinen Bezug zu einem bestimmten Sternbild, sondern ist überall vorhanden. Stofflich wird das giftige Übergangsmetall Quecksilber (das fließende silberfarbene Metall (Queck steht für fließend wie in quicklebendig) heute nicht mehr verwendet. Und ein Pflanzennährstoff war es nie).

 

Kulturgeschichte

 

Doldis Baerenklau

Bärenklau

Die Schirmblütler, wie sie auch genannt werden sind sehr anpassungsfähig und ich finde keinen Bezug der gesamten Familie zu einem einzelnen Nährstoff. Im Gegenteil, diese Pflanzen sind oft reich an vielen Mineralien, aber eben keinem bestimmten. Die Familie bringt für uns Menschen Nahrungs- und vor allem mit ätherischen Ölen angereicherte Gewürz- und Arzneipflanzen (etwa die im Mittelalter als Allheilkraut eingesetzte Meisterwurz) hervor. Jedoch gibt es bei den Apiaceaen auch tödliche Giftpflanzen, wie den Wasserschierling.

Da Gewürze oft gleichzeitig Medizin sind, stelle ich hier an dieser Stelle das zum Sulphurus komplementär wirkende Prinzip der Alchemie vornämlich das flexible fast schon unruhige lösende Merkurius-Prinzip. Merkur war nicht nur der römische Götterbote und von daher immer in Bewegung (unterwegs) sondern er war auch Arzt. Der Ausdruck "Quacksalber" erinnert ebenfalls an diesen Zusammenhang.

Die Alchemisten sahen im Quecksilber sowas wie das Wasser der Metalle. Wasser steht für Lösen, Bewegen, Verändern. Und da ist es nicht verwunderlich, dass sie dem Quecksilber ähnliche Eigenschaften zuschrieben, es sollte auch beim Verwandeln von unedlen Metallen in edles Gold helfen. Viele kennen diese erweichende Eigenschaft, wenn sie beim Zahnarzt eine Amalgamplombe erhalten. Selbst Paracelsus bediente sich des Quecksilbers indem er es in Salben gegen Syphilis verarbeitete. Er wusste aber auch von der immensen Giftigkeit und wendete es (nach heutigem Maßstab schlimm genug) nur äußerlich an. Er war ein wohlwollender echter Quacksalber, der sein Tun nach alchemistischer Tradition stets hinterfragte! So sah er auch den Zusammenhang zwischen der 1493 begonnenen Quecksilbergewinnung in Slowenien und Krankheiten in der ansässigen Bevölkerung. Als er 1527 die Stadt Idrija besucht, soll er darauf hingewiesen haben.

Das was in der Pflanzenwelt alles löst und zum Fließen und Wachsen bringt ist natürlich nicht das Quecksilber sondern Wasser (über dessen Natur wieder ganze Kapitel geschrieben werden müssten). Ohne Wasser kein Leben und jedes Leben ist von Rhythmen bestimmt. Hinzu kommt, dass Wasser wie das Prinzip Merkurius empfangend weiblich ist, es lässt sich vielleicht sogar prägen und fließt dann geprägt (informationsgeladen?) weiter.

Merkurius ist Chi, ist Prana die Lebensenergie und drückt sich eben im Wasser am stofflichsten aus. Aber auch in der rhythmischen Atmung, denn mittels der Atmung wird die Lebensenergie in Pflanze und Mensch aufgenommen. Ein jeder Rhythmus entsteht über Schwingung oder alchimistisch ausgedrückt über das regelmäßige Lösen und Binden wie beim Merkurius-Prinzip.

Doldis was sie alles loesenTrotz so viel positiver Eigenschaften, sehe ich hier einen Hinweis auf das echte Quecksilber mit seinen giftigen Verbindungen für angebracht: Es schädigt die Niere, also das Organ in welchem nach chinesischer Medizin die Lebensenergie gespeichert wird!

Chemisches Quecksilber gehört zu den sogenannten Übergangsmetallen, das sind Elemente, die eine unvollständige d-Unterschale (Aufbau wie Planetensystem) haben. Es ist wie seine Brüder Cadmium, Kobald, Nickel, Kupfer, Zirkonium, Molybdän, Platin wirklich extrem giftig. So giftig sie auch sein mögen, auch heute noch werden aus diesen Elementen wertvolle Medikamente hergestellt, z.B. Cytostatika die das unregulierte Zellwachstum von Tumoren bremsen sollen.

Wenn ich eine einzelne Stoffgruppe nennen soll, die man der gesamten Familie der Schirmgewächse zuordnen kann, dann sind es die Furancumarine.

Viele dieser Cumarin-Abkömmlinge benutzen wir als segenbringende Arzneimittel, etwa um das Blut zu verdünnen, oder um Schlaganfall und Herzinfarkt vorzubeugen.

Die Furancumarine können aber auch die sogenannte Wiesendermatitis auslösen, wenn z.B. nach dem Hautkontakt von Pflanzensaft aus Engelwurz, Pastinak und Riesenbärenklau die Sonne scheint. Die photosensibilisierenden Eigenschaft dieser Stoffe erleben wir dann als extremen Sonnenbrand. Vielleicht lässt sich in Zukunft daraus eine Therapie gegen Schuppenflechte entwickeln, die ja durch Sonnenschein gemildert wird. Man forscht daran. Und wer weiß, ob wir den 'bösen' Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) nicht mal anbauen, weil er besonders reich an Furancumarinen ist. Gerade deswegen sollte ihn nicht anklagen, und zudem kann man seine jungen Stängel als Gemüse kochen (Storl "Wandernde Pflanzen"). Es ist erstaunlich wie viele "Unkräuter" überhaupt essbar sind! Wenn viele Menschen speziell dieses Gemüse (am besten mit Handschuhen) sammelten, könnte der teils invasiven Verbreitung des Riesenbärenklaus durch Verspeisen sinnvoll Einhalt geboten werden. Und Schwebfliegen und Schmetterlinge sind heute schon für jede Bärenklau-Blüte dankbar, die vom Mensch vergessen wurde!

Da Furancumarine sich durch Erhitzung in Dampf auflösen, d.h. sich verflüchtigen, können wir durch geschickte Zubereitung viele Doldenblütler gesundheitsfördernd nutzen. Auf jeden Fall lassen sich die ebenfalls flüchtigen ätherischen Öle der Schirmblütler nutzen, z.B. als Brotgewürze: wie bei Kümmel, Dill, Fenchel und Anis. Im Orient wird zusätzlich das Harz des Stinkasants (Ferula assa foetida) Gerichten und Parfümen beigegeben.

Gedanken zur Fruchtfolge

Etablierte Mischkultur im Hausgarten: Möhren und Zwiebeln.

Bekannte Fruchtfolge im Profigartenbau: Sellerie auf Lauch.

Die Doldenblütler, bei welchen wir die Wurzeln ernten sind durchgängig sogenannte Starkzehrer. Dies ist bei der Fruchtfolgeplanung zu beachten.

Botanik, Blütenökologie und Bestäuber

Blütenformel:  K5 C5 A5 G()
Zahlenmagie: 2 x 5 = 10, Mensch, Pentagramm (Der Mensch im Kreis), Dualität in den Dingen, Yin und Yang, Auf und Ab, Rhythmus

Angelikabluete mit gruenem Kaefer

Angelikablüte

Der Verbreitungsschwerpunkt der Doldenblütler liegt in unseren gemäßigten Breiten, in den Tropen fehlen sie fast ganz. Sie sind also im Allgemeinen an unsere Klimaverhältnisse hervorragend angepasst. Die Familie hat nahezu keine Bäume oder Sträucher ausgebildet.

Wenn man die älteren am Stängel tief sitzenden Blätter mit den jüngsten vergleichen will, fällt einem auf, dass sie, je weiter sie der Blüte zustreben immer feingliedriger und spitzer, d.h. definierter werden.

Einige Doldenblütler bilden stängelumhüllende Blattscheiden aus, die wir im Fall von Fenchel gerne essen.

Die Frucht ist eine Doppelachäne, das sieht wie zwei sich gegenüberliegende Mondsicheln aus, die wenn sie wirklich reif sind auseinanderfallen. (Januskopf Symbol für Anfang und Ende von Fenchel bis Aconitin, Gott der Quellen).

Alle Blüten sind 5-zählig (Staub-, Blütenblätter) und sitzen gerne in Doppeldolden, d.h. dass von jedem Doldenstrahl nochmal ein weiterer sich in gleicher Weise verzweigt. Dieser Teilblütenstand heißt Döldchen. Wobei die am äußersten Rand einer Doppeldolde sitzenden Blüten mit größer ausgebildeten randständigen Blütenblättern gerne eine einzige große Blüte imitieren. Nicht alle Blüten einer Dolde sind gleichermaßen fruchtbar. So ist es die Mittelblüte häufig gar nicht. Auch sind die Dolden, welche Ästen höherer Ordnung entzweigen (die kleiner sind) manchmal nur noch männlich oder gar steril. Die Früchte werden ebenfalls in Doppelachänen angelegt.

Die Kräuter und Stauden besitzen in allen Pflanzenteilen Sekretgänge mit ätherischen Ölen.

Der Stängel ist meist hohl und gerillt. Bei jeder neuen Verästelung hat er auffällig dicke Knoten.

Der Fruchtknoten befindet sich unter den Blütenblättern.

Die am Rand befindlichen Blüten sind eingeschlechtig und oft etwas zygomorph mit Vergrößerung nach außen gerichteter Blütenblätter.

Professionell angewandte Kreuzungs- und Hybridisierungstechniken

  • Ausnutzen von Linien mit männlicher Sterilität/Unfruchtbarkeit

 

Gemüse und mehr

Allgemein bekannte Gemüse
  • Gemüsefenchel (Foenicum vulgare var. azoricum)
  • Liebstöckel (Levisticum officinale)
  • Möhre (Daucus carota ssp. sativus)
  • Pastinak (Pastinaca sativa)
  • Petersilie (Petrosilium crispum)
  • Sellerie (Apium graveolens)
Gemüse mit Entwicklungsbedarf oder für den Klimawandel
  • Echte Engelwurz (Angelica archangelic)a
  • Erdkastanie (Bunium bulbocastanum)
  • Fenchel (Foeniculum vulgare ssp. vulgare var. azoricum)
  • Französische Erdkastanie, Knollenkümmel (Conopodium majus)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Mitsuba (Cryptotaenia japonica)
  • Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)
Gründüngepflanzen
  • Rundblättriges Hasenohr (Bupleurum rotundifolium)
  • Kümmel (Carum carvi)
  • Koriander (Coriandrum sativum)
  • Kerbel (Anthriscus-Arten)
Einjährige Arzneipflanzen für Jauchen, Tees und Beizen
  • Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium)
  • Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)
  • Fenchelöl (1) Faßmann)
  • Bärwurz (Meum athamanticum)
Unkräuter aus aller Welt

Hundspetersilie (Aethusa cynapium)