Puffbohnen

Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Saatgutgewinnung ganz praktisch

Man kann schwarze angetrocknete Hülsen von den Pflanzen nach und nach ernten (Wiederbestockung der Pflanze möglich) und zum Durchtrocknen legen oder man rupft die vertrockneten, kompletten Pflanzen aus und bringt sie an einen trockenen, schattigen Platz bis zur Aufbereitung.

Die trockenen Hülsen springen irgendwann von allein auf. Das kann man etwas beschleunigen, d.h. die Hülsen können händisch aufgebrochen werden. Aufgrund der Größe der Samen ist eine Reinigung unnötig. Kleinere, form- und farblich sortenuntypische Samen sollten ausgelesen werden.

Der Ausschuss kann in der Küche verwertet oder für ein Wintergemüse neu ausgesät werden, welches aber nicht für Saatgutpflanzen taugt.

 

Tipps für Erhalter

  • Je früher die Faba-Bohnen ausgesät werden, desto weniger steuern sie ihren Blütezeitpunkt nach der Tageslänge, d.h. sie sind weniger photosensitiv. 

  • Es ist davon auszugehen, dass die Neigung zu Bestockung und Wuchshöhe nicht nur sortenabhängig ist, sondern auch von der Aussaatdichte beeinflusst wird. 

  • Die kurzgestielten Blütentrauben werden erst ab dem sechsten Blattknoten angesetzt und bestehen aus 2 bis 9 Blüten, später gleichvielen Hülsen. 

  • Die Hülsen werden zur Samen-Reifezeit durch eine natürliche Fermentation schwarz. Gleichzeitig beginnt die Pflanze von unten ihr Laub abzuwerfen. Das ist also zu diesem Zeitpunkt nicht beunruhigend. 

  • Die Samen fallen sehr spät und nur bei extremer Trockenheit aus. Die Hülsen werden händisch vom Stroh gerupft und dann geöffnet. 

  • Larven des Bohnenkäfers versuchen in den Samen zu überwintern: Das gelingt ihnen nicht, wenn diese durchfrieren (bei Ausfallsaatgut natürlich wenn der Boden durchfriert oder bei gesammelten Samen in der Gefriertruhe). 

  • Gerade die Pferdebohnen bringen eine bessere Frostverträglichkeit mit, sodass sie trotz ihrer kleineren Samen für rauere Lagen als Gemüsebohnen empfohlen werden können. Sie wurden in England als Winterfrucht angebaut, d.h. im Herbst ausgesät. 

  • Ich konnte in meinem Garten an Puffbohnen Erdhummeln beobachten, die am Blütenboden knabberten, um einfacher an den Nektar zu gelangen. 

  • Die Samen dunkeln beim Trocknungsvorgang nach.

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Die Puffbohne bevorzugt gut wasserhaltende schwerere Böden und feuchtes Klima, auf Sandböden gedeiht sie mäßig. Deswegen propagierte sie SCHLIPF anstelle des wärmeliebenderen  Maises auf lehmig-tonigen Böden, denn vor 150 Jahren war der Mais noch nicht so angepasst. 

  • Von allen Leguminosen ist sie diejenige, welche die höchste Säuretoleranz mitbringt. 

  • Von allen Bohnen verlangt sie zum Start auch die höchste Düngegabe, wobei SCHLIPF vor 150 Jahren sogar die Mistgabe noch kurz vor Aussaat empfohlen hat.

  • Eine Herbstaussaat ist bei kleinsamigen Sorten und insbesondere bei den Ackerbohnen durchaus üblich. Die Herbstaussaat war in England von alters her verbreitet. 

  • Von einem Friesen erfuhr ich, dass in Norddeutschland der Mischanbau von Puffbohnen mit Kartoffeln üblich war. Die Reihenabstände müssen dann aber größer gewählt werden, um beiden Kulturen Platz für ihre Entwicklung zu geben. 

  • Die Puffbohnen können bei hohen Temperaturen ihre Hülsen nicht entwickeln, deswegen sollen sie möglichst früh im Jahr schon blühen, damit sie nicht in die trockene Sommerhitze hineinwachsen. 

  • Der Fruchtansatz wird auch von der Bestandsdichte, also den Pflanzabständen beeinflusst, unter 10 cm in der Reihe sollte man nicht gehen. 

  • Als Feldfrucht werden Reihenabstände von 50 – 60 cm empfohlen, bei Aussaat von Doppelreihen sogar bis 90 cm. Das trifft aber auf die händisch gepflegten Gartenkulturen nicht zu. 

  • Gerade hohe Sorten können umfallen. Beeinflusst wird die Standfestigkeit von der Saattiefe, d.h. wer auf leichteren Böden anbaut, kann bis zu 8 cm tief säen und ggf. zusätzlich später anhäufeln. Trotzdem sind sie im Allgemeinen wesentlich unempfindlicher gegenüber Wind als beispielsweise Buschbohnen. 

  • Puffbohnen bilden eine Pfahlwurzel, die ihrer Wuchshöhe entspricht. Wenn nach der Hülsenernte die Stängel handhoch über der Erde abgeschnitten werden, treibt sie bis zum Herbst ein weiteres Mal und die jungen Triebe können gegessen werden. 

  • Puffbohnen danken einen offen krümeligen Boden, der immer mal wieder gehackt wird, damit ihre Wurzeln, bzw. die aeroben Knöllchenbakterien genügend Sauerstoff erhalten.

  • Man kann die Spitzen nach dem zehnten Blattknoten kappen und kochen. Dies ist bei einem Befallsbeginn mit der schwarzen Bohnenblattlaus besonders zu empfehlen. Die Laus tritt gerne bei trockener, heißer Witterung auf. 

  • Die Pflanzen lieben eine stickstoffhaltige Kopfdüngung zu Beginn des Fruchtansatzes. 

  • Guter Samenansatz verlangt regelmäßiges Gießen. Der Wasserbedarf der Puffbohnen ist höher als der von Erbsen, weswegen Standorte mit hoher Luftfeuchte ideal für sie sind. 

  • Die Samen werden unreif geerntet, da sie reif nicht so bekömmlich sind oder lange eingeweicht werden müssen. Manche Menschen reagieren allerdings auf rohe Bohnen allergisch.

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