Feldsalat

Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Feldsalat scheint regelrecht "dankbar" zu sein, wenn er sich im Garten versamen darf. Dann taucht er freiwillig in den Staudenrabatten und sogar im Rasen auf. Allerdings muss man dann natürlich auch genügend Pflanzen blühen und fruchten lassen, um über Jahre Freude an den grünen Blättchen zu haben. Im Garten habe ich noch nie kranke Exemplare gesehen, mit denen die professionellen Gärtner häufig kämpfen müssen. Allerdings dränge ich die Pflanzen auch nicht in einen anderen Rhythmus, indem ich den Aussaatzeitpunkt manipuliere. Ich betreibe seit Jahren keinerlei Auslese. Und obwohl in der Nähe, im nächsten Straßengraben nahe verwandte, wilde Feldsalatarten wachsen, sieht mein ehemaliger 'Vit' jedes Jahr größer und kräftiger aus.

Saatgutgewinnung ganz praktisch

Man sollte nicht warten, bis das Feldsalatstroh komplett abgestorben und trocken ist, sondern es ausrupfen, wenn es beginnt zu vergilben, denn sonst sind die ersten Samen bereits ausgefallen. Die einzelnen Samen sind reif, wenn sie arttypisch hart sind. Um ein Gefühl dafür zu bekommen einfach mal ein paar Samenkörner zerbeißen! Die Ernte sollte nur bei trockenem Wetter erfolgen! Die gesamte halb-vertrocknete, halb-grüngelbe Pflanze wird ausgerissen und in einen Sack oder Kopfkissenbezug zum Trocknen aufgehängt. Mit dem Dreschen kann man bis in den Herbst warten, wenn man den Platz hat. Wenn die Pflanzen strohtrocken sind, dann schüttele ich das Kopfkissen kräftig und steige sogar mit einem Pantoffel vorsichtig darauf rum. Danach folgt Sieben und / oder schwingen bzw. windsichten. Erst durch den letzten Arbeitsschritt wird das Saatgut frei von Staub, Spelzen und allem was sich nicht aussieben lässt.

Tipps für Erhalter

  • Feldsalatsaatgut muss nachreifen, frisches Saatgut keimt noch nicht. Damit stellt die Pflanze sicher, dass sie nicht in einer Kaltperiode mitten im Sommer aufgeht. Die besten Keimraten erhält man mit Saatgut, welches bereits ein Jahr alt ist.
  • Allgemein keimt Feldsalat bei sehr niedrigen Temperaturen (ab 5°C). Über 20°C tritt Keimruhe ein.
  • Die gefürchtete Löffelblättrigkeit wird u.a. von zu hoher Keimtemperatur beeinflusst. Bei "frei" wachsendem Feldsalat aus Ausfallsaatgut kennt man dieses Problem nicht.
  • Professionelle Feldsalatbestände wachsen auf unkrautfreiem Boden, denn bei der Ernte soll der Fremdbesatz so gering als möglich gehalten werden
  • Feldsalat ist ab dem zweiten Laubblatt vernalisationsempfänglich. Unter 14°C funktioniert die Vernalisation.
  • Nach erfolgter Vernalisation beginnt er im März mit dem Schossen (selten im Herbst: nur, wenn zu früh gesät)
  • Ob Feldsalat wirklich ein strenger Selbstbefruchter ist, wage ich zu bezweifeln, da Cough (2011) alternierenden Einsatz von Käfigen beim Anbau mehrerer Sorten empfiehlt.
  • Die professionelle Züchtung setzt auf die Methode der Massenselektion.
  • Je nach den Witterungsbedingungen spielen falscher Mehltau und Phomapilze eine Rolle, beide Pilze verschlechtern auch die Saatgutqualität.
  • Bei Feldsalat sollte man nicht gleichzeitig Salatblättchen pflücken und noch Samen ernten wollen. Denn auch wenn der Vegetationskegel beim Schnitt erhalten bleibt, schwächt man die Pflanzen extrem. Das Probieren einzelner Blätter ist hingegen erlaubt.

 

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Feldsalat steht in 3. Tracht als eines der wenigen Gemüse, die quasi ganz ohne Dünger auskommen. Mit Kunstdünger versalzte Böden bekommen ihm gar nicht.
  • Eine Anbaumethode, die eine saubere Ernte erleichtert, besteht darin, den Samen in Breitsaat auszubringen und anschließend mit einer dicken Schicht groben Sandes abzusieben. Bei der Ernte kann man mit dem Messer den Wurzelhals (Hypokotyl) in der Sandschicht abschneiden und hat damit die sauberen Blätter in der Hand.
  • Wenn zu wenig Licht und zu viele Nährstoffe (Schneedecke, Folientunnel) vorhanden sind, dann kann Feldsalat Nitrat anreichern.
  • Er liebt lehmigen, kalkhaltigen Boden der nicht verschlämmt.
  • Feldsalat ist zwar ein Flachwurzler, kann aber bei geeignetem Boden bis zu 60 cm tief wurzeln
  • Das ist auch gut so, denn nicht nur zur Keimung braucht er gleichmäßig Feuchtigkeit sonst läuft er lückig auf und schießt durch Trockenheitsstress vorzeitig.
  • Bei Sommeranbau muss regelmäßig bewässert werden, allein schon zur Abkühlung
  • Im geschützten Anbau wird Feldsalat anfällig für Phoma, echten und falschen Mehltau, Pythium-Wurzelfäule, und Grauschimmel.
  • Feldsalat wächst besser, wenn ihm der Wind um die "Nase" weht, d.h. im Umkehrschluss, bei Anbau im Glashaus bzw. unter Folie muss besonders gut gelüftet werden.
  • Auch deutliche Nachttemperaturabsenkung im Gewächshaus fördern die Vitalität (auf 5°C).
  • Feldsalat ist so genügsam, dass er sogar unter Schnee weiterwachsen kann (4°C), allerdings sollten durchgefrorene Pflanzen nicht geerntet werden!
  • Kahlfröste fördern ein Auswintern.
  • Feldsalat und Kartoffeln können an Rhizoctonia, erkranken. D.h. wenn das der Fall ist, dann sind zwischen diesen Feldfrüchten mind. dreijährige Anbaupausen einzuhalten
  • Ansonsten kann er gut mit Wintergemüsen in Mischkultur angebaut werden, dabei sind die nicht kopfbildenden Arten, wie Lauch besser geeignet als Kohle.
  • Im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch eingewickelt, hält Feldsalat gut eine Woche. Erntefrisch gegessen ist er natürlich am vitaminreichsten.

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