Topinambur

Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Dazu kann ich leider nichts beitragen, da weder der Gemüse-Topinambur, noch der verwilderte, zwischenzeitlich heimische Topinambur bei mir  Samen angesetzt haben, bzw. diese noch nie reif geworden sind.

Das Pflanzgut, die Spindeln, verderben jedenfalls sehr schnell, d.h. nach der Ernte sollten sie sofort wieder unter die Erde.

Tipps für Erhalter

  • Die Legespindeln sollen nicht zerschnitten werden, so wie man es von Kartoffeln kennt.

  • Gute Pflanzspindeln sind unbeschädigt und weisen mindestens 3 Augen auf.

  • Das Pflanzgut sollte direkt aus dem Boden kommen oder aus erdfeuchten Mieten.

  • Einige Tage offen an der Luft und in der Wärme überstehen sie zwar, es dauert aber lange, bis sie sich erholen.

  • Die Spindeln treiben ab 7°C wieder an (Treiberei ist möglich und die jungen Triebe lecker).

  • Wo Wühlmäuse auftreten, hat meine allerdings seine liebe Mühe mit einer guten Pflanzguternte.

  • Die Blüte wird durch Vollsonne gefördert, für das vegetative Wachstum reicht Halbschatten.

  • Samen werden nur im Kurztag gebildet.

  • Samen reifen nur aus, wenn der anschließende Herbst wirklich lange trocken und warm bleibt (Korsika). Vielleicht haben wir ja mit dem Klimawandel eines Tages auch bei uns Saatgut.

  • Zusätzlich funktioniert der Samenansatz aber nur, wenn die Elternpflanzen deutlich heterogen sind, denn sonst verhindern Selbstinkompatibilitätsmechanismen das erfolgreiche Samenwachstum. Meist findet eine Befruchtung statt, der Embryo (wenn er nicht zuvor technisch gerettet wird) wird aber abgestoßen.

  • Die Saatgutaufbereitung ähnelt der von Sonnenblumen.

  • Es gibt geschützte Sorten von Arthybriden zwischen H. tuberosus und H. annus. Laut Toensmeier können sich die beiden auch spontan kreuzen, wobei sie aber äußerst selten zur gleichen Zeit blühen.

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Auf Sandboden erhält man schlechtere Erträge, es sei denn man beregnet ausführlich.
  • Topinmabur steht gut in 2. Tracht, denn bei zu großzügiger N-Versorgung bildet sie viel Kraut und weniger Spindeln.

  • Die Pflanzen können im Erwerbsbau bis zu 4 Jahre auf einem Feld verbleiben und immer wieder berentet werden, Permakulturverfechter sprechen sogar von noch längeren Stand- und Erntezeiten.

  • Sie unterdrückt Unkraut, wird aber selbst welches….

  • Wenn die Stängel umfallen tut das dem Wurzelwachstum keinen Abbruch, Häufeln, die richtige Sortenwahl oder das Kappen der Spitzen (1m Kraut bleibt stehen) helfen dagegen. Bei meinen wenigen Stängeln hilft zusammenbinden.

  • Die einzige "Krankheit" die Topinambur kennt sind Wühlmäuse. Wer davon geplagt ist, der sollte als die Topis als sogenannte Pull-Pflanze am Rande vom Garten anbauen.

  • Der hin und wieder auftretende Mehltau mindert den Spindelertrag nicht.

  • Zieht Schnecken magisch an, d.h. am Beetrand als Attraktor setzen.

  • SCHLIPF (1859) schreibt, dass im Sommer bis zu 2x (allerdings auf Kosten des Knollenertrags) die Stängel mit Laub für Viehfutter geschnitten werden können.

  • Die Ernte ist immer möglich, wenn der Boden offen ist (Miete ganzjährig).

  • Das Polysaccharid Inulin bewirkt, dass der Körper mehr Calcium aufnimmt.

  • Angeblich entwickelt sich der beste Geschmack erst nach dem Frost, was ich allerdings nicht bestätigen kann. Allerdings werden sie bekömmlicher, d.h. blähen weniger (sofern man nicht eh schon die richtigen Darmbakterien besitzt). Die Spindeln können durchfrieren und trotzdem überleben.

  • Dämpfen ist besser als Kochen, da lässt sich der optimale Garzeitpunkt besser bestimmen.

  • Gedünstete Topinambur lassen sich noch warm genauso wie rote Beete häuten, die Rinde rutscht einfach vom Mark ab.

  • Die getrockneten Stängel halten als Rankhilfe 1-2 Jahre der Witterung stand.

  • Wer mag kann mal den Versuch machen, ob die geernteten Spindeln im Gemüsefach des Kühlschranks wirklich mehrere Wochen halten.

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