Alchemistische und chemische Eigenschaften

Geschmack: in Form von feuchter Kieselerde: tonig, schlammig

Geruch: wie Erde nach einem frischen Regen,  wie in einer Tongrube.

Befindet sich das Element in einem Kreislauf?

Silizium BergkristallJa, allerdings dauert ein Durchlauf mehrere Millionen Jahre, denn die silikatischen Mineralien und bodenbildenden Tone verwittern, d.h. sie reagieren mit der Kohlensäure im Wasser. Das ergibt dann in mehreren Schritten lösliche Kieselsäuren Si(OH)4 (wie wir sie auch als kühlendes Gel zu kaufen bekommen). Diese wird wiederum von Lebewesen aufgenommen und in deren Organismen eingebaut. Nach deren Absterben wird das Silizium wieder freigesetzt, über Wasser bis in die Meere transportiert wo es sedimentiert und schließlich über Vulkanausbrüche an die Erdoberfläche gehoben wird oder wenn die Gewässer trocken fallen als Staub mit dem Wind (Saharastaub) verteilt wird.

In der Erdhülle ist Silizium nach Sauerstoff das zweithäufigste Element, direkt gefolgt von Aluminium. Silizium 'macht' also unseren Ackerboden zusammen mit Aluminium aus!Si Pleistein Rosenquarzstadt

Bei Hauschka stehen die Silikate nur im Zusammenhang mit dem Mineralreich, welches stark von himmlischen Kräften, d.h. von außen nach innen geformt wird. So kommen seiner Überzeugung nach auch die Drusen zustande. Nach Hauschka ist Silizium in der Lage, Form zu vermitteln. Statt Vermitteln würde man heute wohl eher sagen, dass es gezielt Informationen übertragen kann.

Si Hauschka Bodenbildner AlAls chemisches Element ist es zusammen mit Aluminium in jedem Ackerboden vorhanden, denn ohne diese Schichtsilikate genannten Mineralteilchen gibt es keinen Lehm und Ton. (Sie heißen z.B. Kaolinit, Montmorillonit, Illit und Vermiculit).

Wobei ich im Boden mehr als nur zerkleinerte Mineralien sehe, denn Erdboden ist Wohnort (Hohlräume), ist nur Gartenboden, wenn er lebendig und besiedelt ist. Und hierbei spielt eben auch das Silizium eine große Rolle: Ohne Tonminerale keine Bodenfruchtbarkeit! Sie lagern z.B. Ammonium-, Phosphat- und Kaliumionen in ihre Schichten ein, jedoch so, dass Pflanzen bei ausreichend Wasser und optimalem pH-Wert daran gelangen können. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass sie Puffern und Schadstoffe (Cadmium) in ihre Schichten einschließen können.Si Pilzmycelien

Ohne diese Tonminerale gäbe es auch keine sogenannte Lebendverbauung, denn nur wenn Regenwürmer "Erde" futtern, können in ihren Mägen die sogenannten Ton-Humus-Komplexe entstehen, die den Gartenboden so stabil gegen Wind- und Wassererosion machen, aber auch für solide gut belüftete Zwischenräume sorgen, in die der Rest vom Edaphon einziehen kann. Seien das Pilze, die mit ihren Hyphen Teilchen umspinnen, wobei sie vor allem für die Vernetzung zwischen den Pflanzen sorgen. Oder seien es Wohnräume für die Bakterien, die ebenfalls Stoffe miteinander verkitten können.

Im Wohnraum; der ja als etwas von Wänden Umgebenes definiert wird, kommt der Aspekt Druse und damit wieder die Siliziumwirkkraft zur Geltung.

Silizium hat mindestens zweimal in der Menschheitsgeschichte zu Entwicklungssprüngen beigetragen. Denn heute nutzen wir die Halbleitereigenschaft von reinstem Silizium bei der Herstellung von Computerchips, und entwickeln damit z.B. "künstliche Intelligenz". Die Informationen übertragen wir dann mit Lichtgeschwindigkeit über silikathaltige Glasfaserkabel in alle Welt und sind somit vernetzt.Si Chipherstellung

Auch hier sehe ich wieder die Alchemie Hauschkas bestätigt, die besagt, dass Silizium die Wirkkräfte aus dem Universum in die Pflanze leitet. Nur, dass wir Menschen in diesem Falle unser eigenes Wissen weiterleiten.

Das erste Mal hat uns das Silizium aber in der Jungsteinzeit inspiriert: In Form von behauenem Feuerstein und Obsidian half es uns beim Sesshaftwerden und bei den Anfängen der Landwirtschaft. Mit den ersten Keilen und Klingen schlugen wir Bäume und ritzen wir Pflanzlöcher.

Von Düngung zu Pflanzenentwicklung

In aller Kürze

  02_Nachtschattengewaechse/Silizium-in-Kuerze.pdf

Düngehinweise

Vor 25 Jahren stand in meinem Vorlesungsskript, dass Silizium in ähnlich hohen Mengen wie Phosphor von der Pflanze aufgenommen wird, aber man wusste nicht um seine Funktion dabei. Zwischenzeitlich weiß man, dass seine Anwesenheit die Verfügbarkeit sowohl von Phosphaten erhöht, als auch von Bor und anderen Mikronährstoffen.

Trotzdem sieht man es immer noch nicht (LABER) "als essentielles Nährelement" an. Und das, obgleich man auch um seine zellwandstärkenden Funktionen weiß. Die Düngung mit Calziumsilikat gibt z.B. in Japan Reishalmen Stabilität, denn wie alle Gräser lagert Reis Kieselsäure direkt in seine Haut ein.

Im Allgemeinen braucht man mit Silizium nicht zu düngen. Allerdings profitieren gerade die zwar quarzhaltigen Sandböden von Gesteinsmehlgaben, denn nur Gesteinsmehle können mit Wasser und Sauerstoff zusammen verwittern und die pflanzenverfügbare Kieselsäure freisetzen.

Auch sind Anwendungen als Pflanzenschutzmittel sehr sinnvoll, egal ob mit Schachtelhalm- und Brennnesseltee oder mit siliziumhaltigen Spritzbrühen. Diese wirken nicht nur rein mechanisch, sondern auch immunstimulierend. So wurde  z.B. bei Gurken nachgewiesen, dass Silizium in vielen Enzymen enthalten ist, die die Pflanzen stresstoleranter gegen Hitze und Dürre machen.

Ob die formenden Kräfte des Kiesels ausschließlich mit den Präparaten der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise genutzt werden können oder ob es noch andere Rezepte gibt, bleibt ein Experimentierfeld für freigeistige Forscher.

Herstellung, Gewinnung, Aufbereitung

(Ur-)gesteinsmehle

Gesteinsmehle sind letztlich Abfallprodukte aus Steinbrüchen, die bei der Aufbereitung von Baumaterialien für den Haus- und Straßenbau (Schotter, Schroppen, Pflaster, Gestaltsteine etc.) aus Granit, Basalt und Diabas anfallen. Portionsweise verpackt werden sie in allen Gartencentern angeboten. Neben dem unökologischen Transport kennt man ihren Ursprung meist nicht. Da ist es besser, man fährt direkt zum nächsten Steinbruch und besorgt sich da sein (Ur-)gesteinsmehl, das ist auch bedeutend preiswerter.

Vulkanerde / Heilerde / Lavaerde

Es ist bekannt, dass Vulkanerden besonders fruchtbar sind, das liegt sicherlich an ihrer besonders großen Oberfläche und ihrer dunklen Farbe. Sie erwärmen sich schneller und halten diese Wärme recht gut bei gleichzeitigem hervorragendem Wasserhaltevermögen. Sie besitzen zusätzlich "detox"-Eigenschaften, d.h. sie können Schadstoffe für Pflanzen unerreichbar wegspeichern.

Bentonit ist auch ein Vulkangestein. Seine hohe Austaschkapazität, d.h. die Fähigkeit (Schadstoff-)Ionen einzulagern, macht es auch für die Wasserreinigung interessant. Und sogar Samen werden mit diesem Tonstoff pilliert. Zusätzlich wird Bentonit zur Geruchsbindung in Gülleanlagen aber auch in Teichen und im Bokashi-Eimer eingesetzt.

Blähton

Blähton ist Tonpulver, welches bei über 1000°C unter Beimischung von Kalkstein gebrannt wird. Das entweichende Kohlendioxid poppt dabei die Kügelchen auf. Ich benutze es gerne als 3cm Schicht auf Töpfen. Dadurch spritzt die Erde weniger beim Gießen weg und ich verhindere die Eiablage von Trauermücken.

Ich kaufe nicht die teuren Produkte von namhaften Herstellern, sondern benutze Winterstreugranulate.

Da ich für meinen Verwendungszweck nur wenig brauche, kann ich das mit meinem Energiesparbewusstsein vereinbaren.

Perlite sind sozusagen künstlich hergestellte Bimssteine. Bimsstein ist die natürliche, siliziumhaltige Variante vulkanischen Ursprungs.

Besonders für Anzuchterden werden Perlite, die auch in der Bauindustrie als Dämmstoff verwendete werden, eingesetzt.

Ihre künstliche Herstellung ist energieaufwendig, da sie bei knapp 1000°C geglüht, und dadurch aufgebläht werden um ihre porige Struktur, ähnlich wie Popcorn, zu erhalten.

Kieselerde, auch Kieselgur genannt, wird von manch einem vermeintlich gesundheitsbewussten Menschen auch innerlich angewendet. Es wird aus fossilen, eiszeitlichen Kieselalgen gewonnen. Auch in Deutschland gab es mehrere Abbaustätten, die aber alle aufgegeben wurden. Übrigens ist der aus der Wüste aufgewirbelte Saharastaub u.a. feinster Kieselgurstaub, der nicht nur unsere Wälder düngt, sondern leider auch extrem klimawirksam ist! Auf jeden Fall ist dieser Staub lungengängig und wer ständig solchem kristallinen Staub ausgesetzt ist, erhöht sein Risiko für eine sogenannte Silikose oder Staublunge. Von daher kann ich nicht verstehen, wie man das Pulver (zwar angerührt) freiwillig zu sich nimmt.

Silikagel / Kieselgel

Aus Wasserglas (entweder Natron- und als Kaliwasserglas) mit Säure vermischt entsteht Kieselsäuregel oder Silikagel (welches früher auch zur Konservierung von Eiern verwendet wurde).

Es ist ein ähnliches Produkt wie essigsaure Tonerde, die zwar kein Silizium, stattdessen aber Aluminium enthält. Beide wirken kühlend und antiseptisch.

Als Kieselgel-Perlen bekommt man sie in Tütchen bei vielen Einkäufen mitgeliefert. Manch einer kennt die eingefärbte Form noch aus dem Chemieunterricht, wobei sie blau trocken und orange feucht waren. Diese sammle ich und gebe sie meinen Saatgutgläsern bei. Wer große Mengen braucht, könnte es mit Katzenstreu versuchen (auf die Inhaltsangaben achten) denn letztlich soll dieses Granulat ja auch Feuchtigkeit anziehen.

Auf Kaltauszüge von Schachtelhalm und Brennessel u.a. Wildpflanzen sei hingewiesen.

Hilfe bei der Pflanzenentwicklung

Silizium ist für die Pflanzenentwicklung sicher eines der spannendsten Elemente. Die Anthroposophen verwenden es als Präparat 501 und mittelbar durch die Verwendung der siliziumreichen Pflanzen Brennnessel und Schachtelhalm schon lange.

Mich fasziniert die Übereinstimmung von alchemistischen Erkenntnissen zum Kiesel mit den tatsächlich in der Natur beobachtbaren Feststellungen, wie etwa die "Hohlraumbildung" von Edelsteinen und die der Informationsübertragung in der Halbleitertechnik.

Und wer weiß, vielleicht hilft und half es schon immer bei unserer Kommunikation mit den Pflanzen oder machte diese erst möglich? Und darüber hinaus half es unter Umständen allen Fruchtgemüsen größere und damit für uns ansprechendere Früchte zu entwickeln. 

Horn-Kiesel-Präparat (biodyn Wirtschaftsweise)

Für das Präparat 501 werden siliziumhaltige Kristalle (Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, etc.) am besten von Hand in einem geeigneten Mörser zerstoßen und staubfein-vermahlen (grobe Teile mittels Sieb entfernen). Dieses Pulver wird mit sauberem Regen- und/oder Quell-Wasser dispergiert (es ist ja kolloidal) und in ein frisches Kuhhorn (welches von glücklichen Kühen stammt) gefüllt. Das Horn wird, nachdem sich die Dispersion gesetzt hat, mit Lehm oder Ton verschlossen und von O bis O (Ostern bis Ende September) im Boden vergraben, die Spitze des Horns zeigt dabei schräg nach unten (Platz merken!). Dann hofft man, dass sich die Sonnenkräfte auf das Präparat übertragen. Wenn es im Herbst ausgegraben wird, dann wird das fertige Präparat aus dem Horn genommen und in einem nicht ganz verschlossenem Glas an einem sonnigen Plätzchen aufbewahrt. Natürlich nur da, wo kein Elektrosmog oder sonst was Negatives wirkt.

Das hin- und her verrührte (es muss sich im Gefäß ja immer ein bodentiefer Strudel bilden, dann wird sanft abgebremst, also verwirbelt und andersrum gestrudelt und das mind. 60 mal hintereinander), dynamisierte Präparat wird dann frühmorgens auf Pflanzen während ihrer größten Massenentwicklungsphase gespritzt und soll den Pflanzen nach Pierre Masson (2013) eine "kristallklare Lichtqualität und vermindert[e] … Krankheitsanfälligkeit" vermitteln (S. 37). Es soll besonders in Gewächshäusern verwendet werden, wo die Sonne ja nur gebrochen durch Glas oder Folie scheinen kann. Es hat den Anthroposphen zufolge auch geschmacksverstärkende Qualitäten.

Warnhinwiese: wenn man es falsch einsetzt (Pflanze zu jung oder hat Trockenstress), dann kann es zu Verbrennungen führen.

 

Nachtschattengewaechse

 

3 Innere Saatgutqualitaet