Alchemistische und chemische Eigenschaften

Phosphor WaschmittelGeschmack:

Weißer Phosphor ist hochgiftig, da er dem Blut allen Sauerstoff entzieht.
Roter und schwarzer Phosphor sind zunächst ungiftig da reaktionsträge, aber deswegen noch lange kein Nahrungsergänzungsmittel! Phosphor in seiner weißen (gelben) und roten (violetten) Modifikationen wird als Gefahrstoff eingestuft und ist selbst in Homöopathischer Verdünnung (hier wird der Weiße verwendet) bis inkl. D3 verschreibungspflichtig!

Schwarzer Phosphor ist ein Halbleiter.

Geruch:

Rauch von weißem Phosphor kann eingeatmet ernste Gesundheitsschäden verursachen.

Befindet sich das Element in einem biochemischen Kreislauf?

Ja, allerdings in einem eher langsamen biochemischen Kreislauf: Phosphat im Boden verwittert > wird von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren aufgenommen und in deren Biomasse eingebaut > Durch Verwesung und Erosion gelangt es extrem langsam wieder in Gewässer > Durch Flüsse wird Phosphor in Jahrmillionen bis ins Meer verfrachtet wo es sedimentiert > Durch tektonische Anhebung der Sedimente gelangen wir Menschen dann wieder an die abbaubaren Phosphatvorkommen.

P Spielarten PhosphorDie Farben Schwarz, Weiß und Rot zeigten dem alchemistischen Künstler in seinem Labor an, ob er Fortschritte bei der Herstellung von Gold macht. Auch Phosphor tritt in den drei Modifikationen als weißer, roter und schwarzer Phosphor auf und durchläuft somit farblich das sogenannte "Große Werk" der Alchemisten.

Phosphor wurde 1771 auch von einem Alchemisten "entdeckt": allerdings war Hennig Brand auf der Suche nach dem Stein der Weisen, dem Stoff, welcher den Menschen "veredelt", also auf eine reinere, höhere Bewusstseinsstufe hebt, so hoffte er zumindest.

Das physische Element Phosphor ist im Weltraum entstanden, genauer gesagt beim sogenannten Sauerstoffbrennen 3) von großen Sonnen. Aus Sauerstoff hervorgegangen trägt (weißer) Phosphor weiterhin eine große Affinität zu seinem Ausgangsstoff in sich und reagiert auf unserer Erde gerne heftig mit diesem.

Diese Eigenschaft wird seit 100 Jahren von Kriegstreibern unter anderem in Form von Brandbomben missbraucht. Leider ist Phosphor auch ein Ausgangsstoff für Sprengstoff. Für Streichhölzer wird es heute nicht mehr verwendet. Insgesamt hat die Herstellung von Phosphorprodukten in Zeiten, wo es noch keinen Arbeitsschutz gab, viel Leid über die Fabrikarbeiter gebracht.

Wenn man den weißen Phosphor nicht verbrennen lässt, also z.B. unter Wasser aufbewahrt, so deutet er seine innere Energie über ein im Dunkeln sichtbares Leuchten an. Sein Entdecker, Hennig Brand, nannte das "Kaltes Feuer", und heute sagt man dazu Chemolumineszenz.

P Salz der P SaeureWie wir von der Quantenphysik her wissen, steht Licht für Energie (Ein Photon ist ein Energiequantum 8)), und in allen Lebewesen hilft Phosphor in Form von Adenosin-tri-Phosphat (ATP) bei der Energieübertragung. ATPs sind unser Zell-Treibstoff. Also der Stoff, der uns Wachstum und damit Veränderung ermöglicht, und uns somit an der Zeit teilhaben lässt.

P Hr. v. RibbeckUm diesen inneren Energiekreislauf in Schwung zu bringen, braucht es bei uns Menschen auch wiederum ein Quäntchen Licht in Form von Sonnenstrahlen auf der Haut, denn das beim Sonnenbaden gebildete Vitamin D katalysiert diesen Prozess. Und wo in unseren Körpern ist die meiste Energie gebunden, bzw. gespeichert? Es sind unsere Knochen! Dort verbirgt sich um die 700g Phosphor. Deswegen sind Knochenmehle (von Schlachttieren) ja auch hervorragende Phosphat-Dünger.

Die Pflanzen können sich die Lichtenergie direkt mittels Photosynthese nutzbar machen. Aber auch in der Pflanzenwelt funktioniert die Energieübertragung und kurzfristige Speicherung nur mittels ATP. Die energiearme (d.h. leere) Form heißt Adenosin-di-phosphat (ADP).

Beim Menschen gibt es zwei Krankheiten, von denen ein Zusammenhang mit einem gestörten Energiehaushalt, und damit gestörter Phosphornutzung angenommen wird. Dabei handelt sich um ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) 4) und Morbus Crohn 5). Der ständige Bewegungsdrang bei ADHS könnte dabei von einer Überversorgung mit Phosphor herrühren, wohingegen bei Morbus Crohn ein Phosphormangel für permanente Müdigkeit und schlechte Verdauung verantwortlich gemacht wird.

Ich hoffe ich bringe niemanden hiermit auf absurde Diätgedanken, denn wir können normalerweise ohne Probleme mit pflanzlicher Nahrung Phosphat in ausreichender Menge aufnehmen und ein Zuviel über den Urin wieder ausscheiden. Und genau aus letzterem hat Brand seinen leuchtenden Wunderstein im 18. Jhd. isoliert. Vögel scheiden Phosphate über ihre Kloake aus (d.h. über den Vogelschiss) und der wurde ja von Indigenen Amerikas bereits als Dünger genutzt (Stichwort Guano), da hatten die Europäer noch nicht einmal dieses Element entdeckt.

Bei Pflanzen erkennt man eine Unterversorgung übrigens an Blühunwilligkeit und Starrtracht. Insgesamt wachsen sie langsamer und bleiben damit im Ertrag im Vergleich zu gut versorgten Pflanzen zurück. Allerdings gibt es kein Zuviel für eine Pflanze, da sie sich bei Überversorgung ihr Phosphat für Hungerzeiten in den Vakuolen (ihren persönlichen Speisekammern) abspeichern.

Diese Eigenschaft begünstigt unseren unverantwortlichen Umgang mit Düngephosphaten, unsere ständige Überversorgung unserer Äcker mit dem kostbaren, da endlichen Rohstoff, der sich noch nicht einmal merklich aus dem Boden auswaschen lässt! Nach dem Motto "Viel hilft viel" beuten wir die Phosphatvorkommen anderer Länder aus, anstatt auf natürliche und lokale Phosphatquellen zu setzen.

Die Spitze dieser Idiotie stellte die Verwendung von Phosphatverbindungen als Wasserenthärter in Waschmitteln dar, die erst zu einer Überdüngung (Eutrophierung) von Gewässern und dann zur Aufrüstung von Kläranlagen im großen Stil führte. Heutzutage sind Phosphatgehalte in Reinigungsmitteln gesetzlich beschränkt und Kläranlagen eben in der Lage, die Phosphate abzufangen. Sie landen im Klärschlamm, welcher wieder, unter Auflagen (gem. Klärschlammverordnung), als landwirtschaftlicher Dünger Verwendung findet.

Von Düngung zu Pflanzenentwicklung

In aller Kürze

03_Korbbluetler/Phosphor-in-Kuerze.pdf

Düngehinweise
  • Nicht jedes vermeintlich langsame Wachstum ist auf Phosphatmangel zurückzuführen. Manchmal ist es auch einfach die Witterung oder Wassermangel oder eine zu feste Bodenstruktur.
  • Die meisten Gartenböden haben aufgrund langjähriger Düngepraxis gar keinen Bedarf an Phosphor!
  • Im Boden ist Phosphat schwer löslich, d.h. man braucht nur alle paar Jahre eine Analyse durchzuführen.
  • Wer hingegen mit Bodenerosion zu kämpfen hat, dem schwemmt es ggf. mit den feinen Tonteilchen auch den sonst gebundenen Phosphor davon.
  • Ein verantwortungsvoller Umgang mit Düngephosphat setzt die Bestimmung von Stickstoff und Phosphor im Boden voraus. Denn das Verhältnis von N zu P muss stimmen. Oft kann man die N-Düngung einschränken, weil die Pflanze den zusätzlichen Stickstoff nicht mehr verstoffwechseln kann.
  • Bei Rohphosphaten ist der Vermahlungsgrad für die Löslichkeit ausschlaggebend. Je feiner, desto größer die Oberfläche, desto besser ist es mittels ausgeschiedener Ameisen- oder Zitronensäure von Mikroorganismen und Pflanzenwurzeln aufnehmbar.
  • Knochenmehle enthalten dreimal soviel Phosphor wie echter Guano.
  • Auch Pilze bilden Phosphatasen (also Enzyme, mittels denen sie Phosphate lösen und dann verwenden können). D.h. reiches Bodenpilzleben bedeutet für alle Pflanzen reichlich Phosphat.
Herstellung, Gewinnung, Aufbereitung

Künstliche Phosphate

Der Agrobusiness-Konzern Monsanto stellt weißen Phosphor im großen Stil für die Chemie, die Düngerindustrie aber auch die Pflanzenschutzhersteller her.

Für die Herstellung von Phosphorsäure (einer Vorstufe bei der Düngerproduktion) wird der hochgiftige weiße Phosphor eingesetzt. In Zeiten, wo es den Arbeitsschutz noch nicht gab, sind Arbeiter reihenweise in den entsprechenden Fabriken schwer krank geworden.

Das künstliche Superphosphat erhält man, wenn natürliches Calciumphosphat (Apatit) mit ätzender Schwefelsäure versetzt wird. Somit ist Superphosphat auch ein Dünger aus dem Labor, eben chemisch, nicht natürlich entstanden.

Mineralische Phosphate

Mineralische Phosphatvorkommen werden in Form von Apatit u.ä. Gesteinen u.a. in Afrika, und China abgebaut. Aber nur die russischen Vorkommen halten die in der EU geltenden Grenzwerte hinsichtlich Cadmium ein.

Natürliche Phosphate

Die echten Guanovorkommen auf Nauru sind seit mehr als 10 Jahren erschöpft. Jedoch ist man in Namibia auf die Idee gekommen, Vögeln künstliche Inseln zum Nisten zur Verfügung zu stellen und den Vogelkot anschließend einzusammeln 10).

Klärschlamm ist eine hervorragende Phosphorquelle, allerdings wird auch dieser aufwendig aufbereitet, um als Dünger (nach Düngemittelverordnung) überhaupt zugelassen werden zu können. Dabei wird sowohl der Schwermetallgehalt als auch der an giftigen organischen Verbindungen (PAK) minimiert. Leider nicht eliminiert! Die Frage ist aber, warum landen in unseren Kläranlagen Stoffe, die zu einer Belastung des Klärschlamms führen? So sind wir Menschen eben nicht fähig, vollständige gesunde Kreisläufe zu erfinden: Nein, leider fällt bei uns viel Abfall an, auch Klärschlamm-Abfall!

Hilfe bei der Pflanzenentwicklung

Als hochenergetischer Lichtträger hat Phosphor sicher einen entscheidenden Einfluss auf die Kulturpflanzenentwicklung gehabt. Ich behaupte (bzw. schließe aus meiner Beschäftigung mit diesem Nährstoff), dass es zu einer Koevolution zwischen Mensch und Nahrungspflanze kam, als durch die Domestikation von Haustieren phosphathaltiger Mist und menschlicher Kot auf begrenzte Flächen, etwa Feld und Garten kam.

Vielleicht hat die Fähigkeit des Phosphors, in der Pflanze die Abreife zu beschleunigen oder die Frostresistenz zu erhöhen, zur Nutzpflanzenwerdung beigetragen, indem z.B. Samen auch in Gegenden geerntet werden konnten, wo sie vorher aufgrund des rauen Klimas nicht abreiften, und vielleicht konnten Jungpflanzen bereits im zeitigeren Frühjahr keimen. Damit konnten sie über eine längere Vegetationsperiode an Masse und Größe gewinnen, egal ob für Rübe, Blatt oder Frucht. Die Menschen mussten dann weniger Pflanzenmaterial ernten, hatten also weniger Mühe beim Sammeln und vermehrten zum Dank genau diese ausgelesenen Nutzflanzen weiter.

Vielleicht fördert Phosphor aber auch das Mitgefühl, die Fürsorge für andere und die Bereitschaft sich aufzuopfern (sich aufessen zu lassen) in den Pflanzen. Das sind jedenfalls die Grundthemen der homöopathischen Arznei Phosphor beim Menschen 13).

 

Korbbluetler

 

3 Innere Saatgutqualitaet