Alchemistische und chemische Eigenschaften

Geschmack: die meisten Menschen empfinden den Geschmack als bitter
(z.B. Wasser einer Bitterquelle, wie etwa in Bad Gögging)

Geruch: nein

Befindet sich das Element in einem Kreislauf? Nein

 

Mg Asbest TRGS 519Das Erdalkali Magnesium hat nach Hauschka (1946) ausstrahlende Eigenschaften, die er in den Fasern von Asbestgesteinen zu beobachten glaubte. So könnte man die Asbestfasern als "eingefrorene und damit ihrer (mitunter verbrennenden) Kraft beraubten Lichtstrahlen" interpretieren. Er wusste, dass Magnesium das Zentralatom des Chlorophylls bildet und damit bei der (Sonnenstrahlen-) Energiegewinnung der Pflanzen eine entscheidende Rolle spielt. Vielleicht wusste er jedoch nicht, dass nur 1/5 des in der gesamten Pflanze vorhandenen Magnesiums im Chlorophyll verbaut wird. Was haben also die restlichen 4/5 für eine Aufgabe? Die Pflanze benötigt das Magnesium -genauso essentiell wie das Phosphat- zur internen Energieübertragung (der pflanzlichen "Stromleitung"): Sonnenlicht induziert im grünen Blattgewebe den Austausch von Magnesium mit Wasserstoffionen, und stellt die Energie für den Calvin-Zyklus.

Mg Wasserstoff Abgabe von ElektronenIonen wiederum sind elektrisch geladene Teilchen, die Elektronen (aufnehmen oder) abgeben können.

Und interessanterweise lassen sich, wie es scheint, über die sogenannte Koronafotografie (Kirlianphotographie) diese Elektronen als ein Strahlenkranz rund um Blätter wieder sichtbar machen. Zumindest liefert die Koronafotografie spektakuläre Aufnahmen der "Ausstrahlung" von Lebewesen als auch von Gegenständen 11). Ich hoffe darauf, dass man in Zukunft verlässliche und belastbare Interpretationen dieser Technik finden wird.

MG Krokydolith ChrysoltilNoch eine Besonderheit des Magnesiums lässt sich aus Asbestfasern ableiten. Asbestfasern 5) sind nämlich so flexibel, dass man sie spinnen, flechten und weben kann. Sie sind durch ihre Genese, und wie ich vermute, auch durch die Anwesenheit von Magnesium, weicher und biegsamer als reine Siliziumdioxide (wie etwa Bergkristall).
Der Verbund der Fasern beruht dabei auf Reibung, also nicht auf chemischen Verbindungen oder Verklebungen.

Reibung wiederum ist eine Kraft, die Bewegung behindert, also abbremst. Und das ist kühn formuliert auch die Aufgabe des Magnesiums bei der Photosynthese: es "entschleunigt" die Sonnenenergie!

Glücklicherweise gibt es Magnesium in ungefährlichen Gesteinsverbindungen, mit vielfältigen gesundheitsfördernden Anwendungen für Mensch und Garten (siehe Merker):

Da wäre zunächst die Kreide (Magnesiumkarbonat), mit welcher man Schreiben oder im pulverisierten Zustand Scheuern kann.

Dazu kommt (zertifizierter) Talk 1) welcher schon im Altertum wegen seiner desinfizierenden Wirkung genutzt wurde und heute z.B. beim Geräteturnen Schweißhände verhindert. Das gleiche Material kommt unvermahlen als Speckstein vielfach in der Gestalttherapie zum Einsatz.

Als Magensiumhydrogencarbonat Mg ( HCO3)2 ist es für die sogenannte Karbonathärte unseres Leitungswassers verantwortlich. Wobei wir wieder zur menschlichen Gesundheit zurückgekehrt wären, denn hartes Wasser ist (auch wenn es viele nicht glauben wollen) der Gesundheit durchaus zuträglich und es ist gerade bei Magnesium nicht zu verstehen, dass die Nahrungsergänzungsmittelindustrie ein solches Geschäft damit machen kann, wo es doch über die Natur kostenlos erhältlich ist. Vor der industriellen Revolution mussten die Menschen viel härter körperlich arbeiten (heute machen wir stattdessen Sport) und bekamen ihre Gabe Magnesium nur über grüne Pflanzen und über Wasser! Ich glaube nicht, dass die Menschen ständig Muskelkrämpfe hatten!

Heute sind Magnesiumpräparate und Aufbereitungen desselben der Verkaufsschlager. Und doch sollten diese Mittel in der Menschenernährung mit Bedacht eingesetzt werden 15).  Die oft verbreitete Drohung, dass unsere Lebensmittel weniger Magnesium enthielten als früher 13)  (etwa weil der saure Regen unsere Böden auswaschen würde) stimmt schon zweimal nicht, denn zum Einen ist es mit dem sauren Regen hierzulande vorbei und zum Anderen werden z.B. die Feldfrüchte sehr wohl auch mit Mg gedüngt und ein echter Mangel ist beim Menschen in unserem Land selten 15). Einfach Magnesium zuführen heißt noch lange nicht, dass dieses auch dort ankommt, wo man sich den positiven Effekt verspricht. Denn Magnesium ist im menschlichen Körper in den Organen und Geweben in unterschiedlicher Konzentration vorhanden, und die einzelnen Regulationsmechanismen sind kompliziert 16).

Genauso verhält es sich auch mit dem Magnesium im Boden: auch hier hilft viel nicht viel! Sondern gerade bei diesem Element kommt es auf ein sehr empfindliches Gleichgewicht mit anderen Düngeelementen an, denn die Pflanzenaufnahme wird nicht nur von der Menge an verfügbaren Magnesium im unmittelbaren Wurzelraum, sondern insbesondere von den Nährstoffverhältnissen mit Ammonium, Kalzium, Mangan, Phosphor und weiteren mitbestimmt. 

 

Von Düngung zu Pflanzenentwicklung

In aller Kürze

Magnesium in Kürze (LEROY, 2020)

Düngehinweise

Im Lehrbuch "Pflanzenernährung" von 1984 (MENGEL, 1984, S. 340) steht ein Satz, der mir in mehrfacher Hinsicht zu denken gibt:

"Allgemein hat man früher der Mg-Düngung keine allzu große Bedeutung beigemessen."

Duengehinweise Dolomit SerpentinHat man etwa jahrtausendelang Gartenbau ganz ohne zusätzliche Magnesiumdüngung betreiben können?

Ja und Nein, denn andere Düngestoffe, wie etwa Kalke (z.B. Dolomit, Serpentin, Olivin und Magnesit) sind mit Magnesium "verunreinigt", die (gefräßigen Hochzucht-) Pflanzen kommen aber nicht schnell genug an dieses heran.

Auch tierischer Dung, Kompost und Pflanzenjauchen enthalten Magnesium.

Aber nachdem man im 20. Jahrhundert allgemein mehr künstlich hergestellte Zusatzdünger einsetzte, stellte man fest, dass eine zusätzliche Mg-Gabe vor allem auf Wurzelfrüchte (z.B. Betarüben wie Zuckerrüben) ertragssteigernd wirkte. Das liegt daran, dass die Aufnahme von Mg+-Ionen in der Bodenlösung in Konkurrenz mit Ca++, NH4+ und K+-Ionen steht. Richtig dosiert fördert Magnesium dann sogar die Phosphoraufnahme.

Magnesiummangelerscheinungen sind am ehesten auf Sandböden zu erwarten und werden dort ggf. noch durch lange Regenphasen verstärkt, da Magnesium leider auswaschbar ist.

Dabei wird Magnesit noch leichter als Dolomit ausgewaschen. Ton oder auch Schluff kann Mg teilweise binden. D.h. die Aufbereitung mit solchen Steinmehlen und über den Kompost macht Sinn.

Magnesiummangel kann also in der Pflanzenernährung vorkommen, ob aber Düngemittelvertreiber ihn übertreiben oder gar auf die Interpretation von Analysen (Stichwort: "Versorgungsklassen") Einfluss nehmen, kann ich nicht sagen.

Wer trotz Dung- und Aschegaben, als auch einem optimalen Boden-pH-Wert, einen Mangel zu beobachten glaubt, kann diesen unkompliziert und schnell mit einer Blattdüngung mit Bittersalz MgSO4 beheben.

Hauschka und MgDa Magnesium Co-Faktor für unzählige Enzyme ist, u.a. des sehr wichtigen Phytins, welches in Leguminosen vermehrt gebildet wird, lässt sich mit den Rückständen von Fabaceaen oder Gründüngung besonders sinnvoll Mg zuführen.

Die spezielle Aufgabe des Phytins 4) besteht in der Speicherung von Nährstoffen, etwa des Phosphats, Mg, Ca, K, Mn und Fe-Kationen, um diese dem Keimling zur Verfügung zu stellen.

Herstellung, Gewinnung, Aufbereitung

Dolomit und andere magnesiumhaltige Gesteine (gemahlen)

Um an die Gesteine heranzukommen, sind Steinbrüche mit schweren Geräten zum Abbau nötig. In vielen Kalksteinbrüchen fällt Düngekalk mehr oder minder magnesiumhaltig (Analysen muss jeder Steinbruch vorhalten, welcher Dünger verkauft) beim Sprengen oder Schotter/Schroppenaufbereitung als Abfall an.

Magnesium-Brandkalk

Magnesium-Branntkalke enthalten je nach Ausgangsgestein zwischen 5 – 20% MgO. Sie wirken zwar schneller, sind aber unter zusätzlichem Energieaufwand hergestellt worden. Im Ökolandbau streicht und desinfiziert damit die Stallwände und streut es immer wieder ein, bis sogenannte Kalkstrohmatten entstehen. Auf diese Weise veredelter Mist ist ein Fest für das Bodenleben eines jeden Ackers.

Kalimagnesia (Patentkali) und Bittersalz

Die Gewinnung von Kalimagnesia (Patentkali) und Bittersalz hat die gleichen Nachteile wie sie schon für Kaliumbergbau beschrieben wurden, z.B. "Ewigkeitslasten" .

Holzasche

Enthält ca. 15 % Mg. Es sollten pro Jahr nicht mehr als 30 Liter Asche auf 100 m² Gartenboden ausgebracht werden. Besser: die Asche über den Kompost und mit Steinmehl veredeln.

Bohnenstroh und –hülsen

In Leguminosen spielt das magnesiumhaltige Enzym Phytin eine große Rolle, so dass Jauchen aus oder Mulch mit Ernterückständen als sehr, sehr milde Magnesiumdüngung gelten dürfen.

Ampfer 17) , weißer Gänsefuß, Spinat

Viele Gänsefuß- und Knöterichgewächse bilden neben den Calziumoxalten auch  Magnesiumoxalte. Auf diese Weise pumpen sie diesen wichtigen Nährstoff aus Tiefen bis knapp 3 m (Bsp. Stumpfblättriger Ampfer, weißer Gänsefuß) wieder nach oben, d.h. wer aus deren Blättern Sude zieht oder direkt damit mulcht, macht sich nicht nur das Magnesium sondern viele weitere Mineralstoffe aus unteren Bodenschichten zu Nutze. Ganz neben erhält man so einen anderen Bezug zum "Unkraut".

Gründüngung

Eine Gründüngung verhindert nicht nur eine Auswaschung von Magnesium, sondern gibt es dem Bodenleben auch über die grüne Blattmasse zurück. Selbst wenn das Material nicht mehr frisch grün aussieht, d.h. das Chlorophyll kaputt gegangen ist, ist ja das Mineral noch da.

Seeluft

In Küstennähe weht die würzige (mg-haltigen) Seeluft kostenlose Mg an (Schachtschabel, 1992, S. 231).

Hilfe bei der Pflanzenentwicklung

Vielleicht kommt dem Magnesium in der Pflanzenentwicklung eine mäßigende, ins Gleichgewicht bringende Rolle zu, so dass es immer dann besonders sinnvoll ist, wenn der Pflanzenenergiehaushalt aus dem Lot geraten ist, d.h. die Stärke- und Zuckerqualität zu wünschen übrig lässt. Vielleicht bewirkt Magnesium auch mehr Zucker und weniger Giftstoffe in Pflanzen.  Hauschka (1946) sieht "in den Strahlenbündeln der Zellulosefasern … sozusagen die materiell gewordenen Sonnenstrahlen ….". Weiter schreibt er: "Das Magnesium schiebt gewissermaßen das Licht in die Verdichtung der Stärke und Zellulose."

Ganz direkt und nicht esoterisch wirkt es auf die Standfestigkeit und Widerstandsfestigkeit gegen Krankheiten (wie auch sein Verbündeter Silizium), etwa indem es die Zellmembranen festigt.

Auch wenn ich es selbst nicht beweisen kann, gehe ich davon aus, dass gerade ältere, nicht so auf Ertrag getrimmte Sorten mit weniger Magnesium gesund zurechtkommen als Hochertragssorten.

Wer weiß, ob Magnesiumkraft in Zukunft Pflanzenschäden aufgrund von Hitze, d.h. ungehinderte aggressive Sonneneinstrahlung verhindern hilft, wir müssen nur noch wissen, wie es das tut?

 

Wegerichgewaechse klein

 

3 Innere Saatgutqualitaet