Alchemistische und chemische Eigenschaften

Geschmack: salzig-alkalisch (wird von manch einem Wissenschaftler neben metallisch als Geschmacksqualität eingestuft, neben den 5 klassischen) Geruch: keiner

Befindet sich das Element in einem biochemischen Kreislauf? Nein.

 

K Asche HolzEinst gab es den Beruf des Aschenbrenners, welcher vor dem Beginn der industriellen Kaligewinnung Pottasche (=Kaliumcarbonat) für Färberei und Seifensiederei erzeugte. Übriggeblieben ist der Beruf als Name. In allen pflanzlichen Verbrennungsrückständen und insbesondere in Holzasche ist Kalium hochkonzentriert enthalten.

Die allererste unbewusste Gewinnung von Kali geschah jedoch durch Brandrodung und liegt noch vor dem Beginn der Landwirtschaft, also mehr als 15000 Jahre zurück (manch ein Autor geht bei der Datierung der landwirtschaftlichen Revolution noch einige tausend Jahre weiter zurück 10) ), denn Menschen zündeln bereits seit 32000 Jahren 9) ) . Die Jäger beherrschten und veränderten mittels Feuer ihre Umgebung. Vielleicht zunächst nur um den Graswuchs in Savannen für ihre Jagdtiere zu fördern, vielleicht aber auch um ein störendes Gestrüpp oder einen Baumstumpf vor einer zeitweisen Behausung nieder zu brennen und sicherlich auch für wärmende Lagerfeuer.

Der bis heute in manchen Teilen der Welt praktizierte Brandrodungswanderfeldbau ist einer der ältesten systematischen Landbewirtschaftungsmethoden der Menschheit überhaupt und könnte in den warmfeuchten Regenwald-Regionen der Erde den Übergang vom Jäger zum Gärtner beschleunigt haben.

Schließlich ist auf den so entstandenen Ascherückständen der Feldbau einige Jahre besonders ertragreich, bis die Böden im wahrsten Sinne des Wortes ausgelaugt waren (denn Kalium wird im tropischen Regen ausgewaschen) und die Menschen daraufhin weiterzogen. Erst nach mindestens einer halben Generation(15 Jahre) 11) hatte sich Wald und Boden soweit erholt (bzw. Bäume wieder soviel Kalium aus den unteren Schichten hochgepumpt und Humus gebildet), dass Wanderfeldbauern an die gleiche Stelle zurückkehren konnten.

Aus dem bisher gesagten schließe ich deswegen kühn, dass Asche bzw. das in ihr enthaltene Kalium einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Wildpflanzen zur domestizierten Gemüsepflanze beigetragen hat. Und ich behaupte, dass Gartenbau lange vor der Landwirtschaft betrieben wurde, vielleicht ja anfangs nur während des Aufenthalts in saisonalen Lagern und gedüngt mit Lagerfeuerasche.

Denn Kalium unterstützt nicht nur die Zellulosebildung und damit die Standfestigkeit von für die Landwirtschaft wichtigen Gräsern (und domestiziertem Getreide), sondern eben auch den Stärke-, bzw. Zuckergehalt, und machte dadurch vielleicht erst gärtnerische Kulturen wie Gurken und Kürbisse genießbar, indem es die Früchte anschwellen ließ und die Giftproduktion zu Gunsten der Süße abschwächte.

Im Übrigen ist Kalium auch im Menschen mit dem Zuckerstoffwechsel verbunden, denn wie Ärzte feststellten, können niedrige Kaliumkonzentrationen im Blut auf einen Prädiabetes hinweisen 5).

Als Co-Faktor von Enzymen beeinflusst Kalium zudem die Eiweißsynthese beim Menschen wie bei Pflanzen.

Des Weiteren wird u.a. durch Kalium der richtige pH-Wert im Pflanzensaft 7,5 (+- 0,5) als auch im Blut 7,4 (+- 0,05) eingestellt. Optimale pH-Werte  sind Voraussetzung für Gesundheit im Allgemeinen und Abwehr von Krankheitserregern im Besonderen.

Kalium beeinflusst sowohl den Wasser- als auch den Wärmehaushalt einer Pflanze. Was vielleicht die Voraussetzung dafür war, dass Menschen Samen auf ihren Wanderschaften mitnahmen und in anderen Klimata (ob trockener oder feuchter, wärmer oder kälter) ohne Schaden anbauen konnten. Schließlich sind all unsere Nutzpflanzen im Gegensatz zu ihren Ahnen an ein verhältnismäßig breites Klima-Spektrum angepasst.

 

Von Düngung zu Pflanzenentwicklung

In aller Kürze

04_Lauchgewaechse/Schwefel-in-Kuerze.pdf

Düngehinweise

Eine kaliumbetonte Düngung ist im Hausgarten vielfach überflüssig, da Kalium mit dem Universalmehrnährstoffdünger "Mist" und "Kompost" ohne Schwierigkeiten immer wieder ausreichend zugeführt werden kann. Bei früchtetragenden Topfkulturen macht eine zusätzliche Asche- und Tonmehlbeimischung in das Substrat Sinn.

Man muss wissen, dass jahrzehntelang unsere Ackerflächen mit Kali überdüngt wurden. Dies führte nicht nur zu einem imposanten Aufstieg der Hersteller und Vertreiber (z.B. K+S ®), sondern auch zu einer Überversorgung der landwirtschaftlichen Böden und im schlechtesten Fall (bei Abwesenheit von adsorbierendem Ton) sogar zur Auswaschung. Zumindest dann, wenn unsere Pflanzen das Überangebot an Kalium auch nicht mehr in ihren Vakuolen zwischenspeichern konnten.

Zwar sind Kainit (= Kalirohsalz), Patentkali (= Kalimagnesia) und Kaliumsulfat im Biolandbau ® zugelassen, doch folgt aus dem bisher Gesagten, dass nicht einfach Jahr für Jahr auf rechnerischer Entzugsbasis nachgedüngt werden darf. Vielmehr sollte erst nach Analyse sowohl des Ober- als auch des Unterbodens und in Bezug zur Bodenart sowie insbesondere zur Tonfraktion nachgedüngt werden.

Da Kalidünger im ersten Jahr zu nur ca. 60% wirksam wird, müssen sie nicht jedes Jahr ausgebracht werden.

Im Übrigen neigen Pflanzen in K-überdüngten Böden zum Luxuskonsum oder tragen schlimmstenfalls sogar Ätzschäden an ihren Wurzeln davon. Denn Kalium beeinflusst den pH-Wert in Richtung basisch.

Pflanzenaschen sind extrem alkalisch, mit pH-Werten um 12! Sie sollten z.B. nicht einfach pur über Blätter ausgestäubt werden! Je weißer eine Asche ist, desto weniger sollte davon pro Quadratmeter ausgebracht werden, höchstens sollten es 300 ml / m2 und Jahr sein (also eine Tasse voll!).

Ein Kaliumüberschuss hat auf die Bodengare, also die so wichtige Krümelstruktur einen negativen Einfluss 8) .

Umgekehrt hat das richtig bemessene, bodenartabhängige Quäntchen Kalium einen positiven Einfluss auf die sogenannte nutzbare Feldkapazität, also das Wasser welches der Boden für die Pflanzenernährung hergibt.

In tonhaltigen Böden ist Kalium ohnehin bis zu 3% vorhanden, denn es ist in den Schichten von Feldspäten und Glimmern mehr oder minder festgelegt. Die Pflanzen kommen bei Bedarf auch an das sogenannte fixe Kalium ran, sie ziehen zwar lösliches und damit freies Kalium vor, sind aber in der Lage die Ionen auch aktiv durch Energieverbrauch aufzunehmen.

Und so sind echte Mangelsymptome selten und bestenfalls bei extremer Trockenheit zu beobachten. Dies auch, weil Pflanzen bei solchen Wetterlagen versuchen, ihre Wurzeln in den kaliumreicheren und feuchteren Unterboden vorzustrecken.

Einzig bei sandigen und moorigen Böden machen regelmäßigere Kaliumgaben Sinn, denn sie sind von Haus aus kaliumarm und auswaschungsgefährdet.

Herstellung, Gewinnung, Aufbereitung

Bergbau

Das in den Urmeeren sedimentierte Kalirohsalz wird bergmännisch gefördert. Diese Art der Gewinnung fordert nicht nur enorme technische Anstrengungen. Die unerwünschten Begleitstoffe (z.B. Kochsalz) müssen vor einer weiteren Aufbereitung und Vermahlung mittels Flotation abgetrennt werden. Da die Gesteine nur einen kleinen Teil Kalium enthalten, muss der "Rest" auf sogenannten Abraumhalden deponiert werden. Der salzhaltige Abraum gefährdet die Umwelt und so müssen auf "ewig" Schutzmaßnahmen unterhalten werden (sogenannte Ewigkeitslasten). Im künstlichen Mehrnährstoffdünger befindet sich auf solche Weise gewonnenes Kalium.

K Pflanzenasche Gehalt an K und CaPflanzenaschen 1, 2, 3, 4)

Asche aus Biomasseheizkraftwerken fällt zwar massenhaft an, muss aber genau untersucht und entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verwertet werden, d.h. als analysierter Dünger verkauft und dann nach Düngemitttelverordnung (DüngemV) ausgebracht werden. Hier sind auch die Grenzwerte für evt. enthaltene Schwermetallen wie Arsen, Blei und Cadmium aber auch Chrom und Nickel gedeckelt. Die Bundesgütegemeinschaft Holzasche e.V. (BGH) berät und zertifiziert Anlagenbetreiber diesbezüglich.

K Holzasche BestandteileDie Verwertung in Kompostierungsanlagen ist auch unter Einhaltung von Grenzwerten (BioAbfV) zulässig. Ob solcher Kompost Asche enthält, muss bei Kauf erfragt werden, da es nicht dirket auf der Verpackung stehen muss. Auch zum Kompost gibt es eine Bundesgütegemeinschaft Kompost (mit RAL-GZ252), die über die Qualität wacht und Empfehlungen ausspricht.

"Home made" Asche aus Pellet-, Kamin- u.a. Holzöfen (i.d.R. Rostasche) und vom unterm Grill

An und für sich unterliegt auch diese Asche den gleichen Verordnungen wie diejenige aus großen Anlagen, nur fragt im Hausgarten keiner nach was man damit tut (nicht mal der Kaminkehrer!).

Da für die Grillkohleproduktion genauso wie für die Verfeuerung nur unbehandeltes Holz verwendet werden darf, kann die resultierende Asche im Garten in kleinen Mengen eingesetzt werden. Ein Pflanzschäufelchen voll pro Quadratmeter und Jahr genügt vollkommen.

Je weißer die Asche ist, desto weniger Kohlenstoff enthält sie. Solche Asche ist kein Ausgangsstoff für die Herstellung von Terrapreta, da hier der Kohlenstoff wichtig ist.

Man kann seine eigene Asche mittels Steinmehlen (Tonmineralen!) aufbereiten oder/und dem Kompost beigeben.

Beinwell- und Löwenzahnjauchen 12)

Beinwell und auch Löwenzähner nehmen gerne K aus tiefen Schichten auf und können verjaucht als K-haltige Kopfdüngung eingesetzt werden. Wenn die Jauche zu sehr stinkt, hilft ein Esslöffel Asche (oder Kohle) auf 10 Liter Brühe. Je jünger die Blätter sind, desto K-reicher sind sie. Für die Jauche setzt man 1 – 2 kg Pflanzenmasse an oder wie ich: einfach einen 10l-Eimer mit Grün vollstopfen und dann mit Wasser auffüllen.

Weitere Stärkungs- und Pflanzenschutzmittel auf Kaliumbasis

Als Stärkungsmittel ist Backpulver, bzw. Kaliumhydrogencarbonat (KHCO3 kohlensauer, nicht mehr ätzend) bekannt und gegen Läuse und andere Insekten können ebenfalls Seifen auf Kalibasis verwendet werden.

 

Hilfe bei der Pflanzenentwicklung

Dem homöopathischen Mittel Pottasche werden die Themen Erstarrung bzw. Mangel an Elastizität sowie Ordnung und Gleichgewicht zugeordnet. Diese Themen finden ihren Ausdruck in der chemische Welt im Turgordruck und der Standfestigkeit von beispielsweise Getreiden.

Hauschka sieht im Kalium die Eigenschaft zum Benetzen, also Hüllen zu bilden, im Vordergrund. Das könnte einen Einfluss auf Größe und Schale von Beeren (Kürbissen, etc.) gehabt haben.

 

Kuerbisgewaechse

 

3 Innere Saatgutqualitaet