Samengärtnerei im Mai

Zur Samenernte stehen an:

Phänologisch ist der Mai meist die Zeit des Vollfrühling.

Mein Postilein zeigt schon vereinzelt schwarze Sämchen! D.h. der wird demnächst geräumt und als ganze Pflanze zum Trocknen in einem Sack aufgehängt.

Es blühen und sollten somit gesund und ggf. isoliert gehalten werden:

Endlich mein Feldsalat 'Vit'! Meine diversen Ampferarten.
Türkische Rauke, Rapini und chinesische Rapa-Kohle (wenn überwintert), Salatrauke, Knoblauchsrauke, Barbarakraut, (mein nicht ganz so echter, weil eigentlich nicht blühender) immerwährender Kohl, chinesische Gemüsesenfe (Brassica juncea var.)
Thymian, Bergbohnenkraut, Guter Heinrich, Haferwurzeln und Wiesenbocksbart (kreuzen sich öfter als gedacht: Farbe der Hybriden kupfer),
erste wilde Möhren, Süßdolde und
viele Zwiebelgewächse wie Bärlauch, Kartoffelzwiebeln, Winterheckzwiebeln (hier gibt es unzählige Sorten), Schnittlauch

Im Ziergarten: Amselraute, Akelei, kreuzblättrige Wolfsmilch, erste Klatschmohnpflanzen, Zierlauch, z.B. A. nigrum, A. giganteum

Es sollten im vegetativen Wachstum für eine ggf. rechtzeitige Auslese (d.h. die in der Küche verbraucht wird) beobachtet werden:

Alles was momentan am wachsen ist beobachten, insbesondere auf klitzekleine Unterschiede achten und überlegen, wie die zustande kommen, d.h. sind sie umweltbedingt oder liegt ihre Ausprägung in den Genen selbst.

Zwei von mir beobachtete Beispiele:

Insbesondere möchte ich auf meinen Bärlauch hinweisen, denn ich habe 2 Varianten, auch wenn es davon offiziell keinerlei Sorten gibt:
Die eine Variante aus dem Wald besitzt glänzende Blätter. Die andere Variante habe ich im Laden gekauft und meinte zuerst sie hätte panaschierte Blätter. Dem war aber nicht so. Ursachw ar wohl ein Nährstoffdefizit, welches im nächsten Jahr durch das Auspflanzen ausgeglichen war. Aber es zeigte sich, dass letzterer früher blüht und die Blätter ein helleres und stumpferers grün haben, als die Waldvariante!

Auch bei meinen Hirschhornwegerichen gibt es erstaunliches zu berichten: denn bei den sich selbst ausgesäten Pflanzen sind solche mit vielen Härchen (sie erscheinen fast schon grau) und solche mit wenig Härchen dabei. Hierbei handelt es sich um die natürlich gegebene Variationsbreite (Variabilität) die diese Art aufweist. Auch hier sind bisher keine Sorten ausgelesen worden. Die Härchen könnten unter Umständen eine Antwort auf meine Garten- Umweltbedingungen sein, aber nicht jede Pflanze zeigt sie eben.

Für eine Samenernte können ausgesät werden:

Einfach fast alles und zwar sogar direkt ins Beet (Ausnahme Lagen die für ihre Bodenfrostgefahr bekannt sind): Erbsen, Stangenbohnen, Feuerbohnen, Bohnenkraut, Inkagurken, Zwiebeln, Schalotten, Frühlings-/Lauchzwiebeln (Winterheck), Lactuca-Salate (z.B. Eissalat), Oleracea-Kohle, Sellerie, Chili (spätester Termin sonst werden sie nicht mehr), Tomaten und Physalis, Gurken, Zucchini, Melonen, Mexikogurken, Flaschenkürbise, Winterkürbisse; Mangold, Rote Beeten, Petersilie, Dill, Kümmel, Karotten, Pastinaken, Rettich und Radies, Salatrauke, Rapini und andere europäische als auch asiatische Kohlpflanzen (z.B. Mizuna, Mizuba).

Manch Gemüse, welches nur gegessen werden soll, kann in Sätzen, d.h. in wöchentlichen Abstand wiederholt ausgesät werden.

Ab Mai sind eher die Sommervarianten zum Anbau geeignet, denn die Tage sind extrem lang und so braucht es entsprechend Sorten die unter Langtagsbedingungen nicht in Blüte schießen!

Sonstige Arbeiten im Gemüsebeet

Weiterhin sind Frühbeetkästen oder als solche funktionierende Hochbeete und Gewächshäuser sehr regelmäßig zu Lüften und vermehrt zu gießen!!

 

Beobachtete Gartentiere