Samengärtnerei im Februar

Planen:

Der Februar sollte der Monat der Planung sein. Dazu kann man sich folgende Fragen stellen:

  1. Wie viel Platz möchte ich für die Saatgutgewinnung herrichten und
    wie viel Gemüse möchte ich für die Küche ernten (eine gewisse Überschneidung gibt es, da manch ein Gemüse nach dem beernten auch noch Samen tragen kann)?
  2. Auf welchen Beeten ist es ratsam eine Fruchtfolge einzuhalten?
  3. Welche zwei- und mehrjährigen Pflanzen können mir in dieser Saison Samen liefern?
  4. Muss ich vor der Aussaat noch Kompost oder anderen Dünger verteilen und vertragen das meine geplanten Kulturen?

 

 

Einkaufen:

Da Februar landauf-landab die Zeit der Saatguttage, Saatbörsen und Samen-Tauschtage ist, ist er die richtige Zeit, sich mit neuem Saatgut einzudecken. Aber bitte mit "Einkaufszettel" lostigern, denn sonst kommt man mit viel zu viel nach Hause. Das ist nicht nur teuer, sondern auch schade, denn Saatgut altert!

Nach der Planung kommt also ein Blick in die eigenen Saatgutvorräte:

  1. Ist mein Samen noch keimfähig oder überaltert?
  2. Was möchte ich neu erwerben?
  3. Bin ich eher experimentierfreudig und neugierig oder geht es mir um den 100%igen Sortenerhalt?

Auch hier könnte man an die Anbieter (wenn sie aus dem Hobby- und Laienbereich kommen) Fragen stellen:

  1. Von welchem Erntejahr ist das angebotene Saatgut?
  2. Um welche Sorte handelt es sich, und wurden mehrere Sorten der gleichen Art in räumlicher Nähe angebaut (was bei vielen Tomatenanbietern der Fall ist und ohne Maßnahmen eben nicht zu 100% Sortenreinheit führt)?
  3. Um den wievielten eigenen Vermehrungszyklus handelt es sich, d.h. seit wie vielen Generationen steht die Art oder die Sorte schon im eigenen Garten?
  4. An welchen Standort könnte sich die Art oder Sorte angepasst haben?

 

 

Es sollten im Winterlager kontrolliert werden:

Alles was auch im Januar beobachtet wurde muss, weiter kontrolliert werden (Schimmel, Fäule).

Es können schon gesät werden bzw. gehen wild auf und sollten somit umgesetzt und gekennzeichnet werden:

Im Freien: Petersilie (ideal Schneesaat), Färberwaid, Puffbohnen (ich fange nicht so früh mit Letzteren an!)

Im Haus auf der Fensterbank: keine Chili, keine Tomaten! Lasst die Finger davon, auch wenn das warme Wetter reizt! Die Tage sind noch zu kurz, die Sonne zu schwach (vor allem hinter Dreifachverglasungen) und die Pflanzen vergailen, d.h. sie werden lang und dünn.

Außerdem werden diese subtropischen Arten in Punkto Wärme auf der Fensterbank und im Gewächshaus von uns viel zu verwöhnt: Wie können sie sich da jemals an unser Klima anpassen?  Ich verlange ja nicht, dass sie über den Winter kommen, aber meine Tomaten müssen so robust sein, dass ihnen ein letzter Bodenfrost im Freien schon nichts mehr ausmacht. Ich gebe ihnen also bewusst die Chance zu "lernen" und sich zu verändern.

Beobachtete Gartentiere