Vorfrühling_Zeigerpflanze_Winterjasmin

Winterjasmin

Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich

2020: Im Märzen der Bauer sein Rösslein einspannt…normalerweise. Aber das Wetter samt dem Klima spielt ja verrückt und so hatten wir bereits im Februar Bodentemperaturen, die die Regenwürmer weckten und die Zwiebeln antrieben.

Es scheint endlich mal wieder ein feuchtes Frühjahr (ideal zum Pflanzen von Sträuchern und Bäumen) zu werden, der Boden ist wassergesättigt (ich habe 100l/m2 im Februar aufgezeichnet) und die Straßengräben sind zu kleinen Bächen geworden!

Auch die Tage sind im März endlich lang und die Sonnenstrahlen intensiv genug um das Leben vollständig aus dem Boden zu kitzeln. Überall erstes, sattes, frisches Grün: Hirschhornsalat, Knoblauch, Blut- und Sauerampfer, Rhabarber, Knoblauchsrauke, alles treibt.

Allerdings ist (wie am ersten Märzwochenende) auch immer wieder mit "Wintereinbrüchen" zu rechnen. Gerade die nasse Kälte macht vielen wärmeliebenden Mehrjährigen Gewächsen dann doch noch den Garaus. März ist sozusagen der Entscheidungsmonat, ob eine Art oder Sorte vollständig in unseren Breiten winterhart ist!

Aktuelle Arbeiten im Garten

Vorbereiten der Beete und Kübel:

Bodenbearbeitung:

Möglichst an Tagen, wo das Bodenleben nicht so aktiv ist, also wenn es noch kalt ist, sollte man die Beete von Resten abräumen, ggf. (je nach Philosophie reifen oder frischen) Kompost verteilen oder unterziehen und eine feinkrümelige, säe-fertige Oberfläche schaffen.

Umgraben braucht man die allermeisten Gartenböden nur dann, wenn man zuviel ausgefallenes "Unkraut" verschwinden lassen, Mist/Kompost einbringen will oder man sich ein neues Stückchen Garten urbar macht. Ansonsten versuche ich die nötige Saatstruktur nur über Krail und Rechen herzustellen. Nicht einmal den Sauzahn, mit dem ich ca. 15 – 20cm tief eindringen kann, benutze ich überall.

Auch der Boden eines Gewächshauses oder Frühbeetkasten/Hochbeetes kann jetzt noch bearbeitet werden.

Beeteinteilung:

Als Saamenbauer sollte man sich überlegen, wieviel Platz man im Garten welcher Kultur einräumt und auf welchem Beet diese zum Wachsen kommen. Danach richten sich dann die Beetgrößen und die Wege. Trampelpfade ertüchtige ich mit dem noch groben abgerechten Kompostklumpen und Geästen. Zu jedem Wetter begehbar sind Stege: Dazu verbindet man vier bis fünf auf Spalt gelegte Dachlatten mit Querhölzern. So ertüchtigt verdichten diese Stege nur punktuell den Boden. Ausgelegte Bretter sind oft unschön, dienen Nacktschnecken als Unterschlupf (hat auch seine Vorteile, wenn man gerne absammelt!) und meist zu schmal um sicher auf ihnen zu balancieren.

Aufräumen, Sammeln, Herrichten: Stangen, Reisig, Vlies- und Folientunnel, Töpfe, Scheiben säubern:

Vielerorts liegen Anfang März an Straßenrändern noch die abgeschnittenen Äste der als "Straßenbegleitgrün" degradierten Gebüsche. Hier lassen sich alle Bohnenstangen, Erbsenreiser und ggf. Tomatenrankhilfen aufsammeln. Oder der eigene Garten ist groß genug um Haselnüsse zu beherbergen, das schneide ich, meiner Ansicht nach, die optimalsten Bohnenstangen heraus.

Viel Arbeit verwende ich auf das Befüllen meiner Pflanztöpfe. Das Mischen der Substrate aus alter Erde, kohlensaurem Kalk und verhältnismäßig frischen Kompost nimmt Zeit und Kraft in Anspruch. 2/3 des Topfes fülle ich mit diesem Gemisch und regelmäßig landen auch Kompostwürmer in meinen Töpfen (und arbeiten dort die ganze Saison). Das letzte Drittel befülle ich mit wirklich reifen, krümeligen, mit Sand (wahlweise auch noch Steinmehl) vermischten Kompost oder – wenn dieser nicht ausreicht – kaufe ich nährstoffarme Aussaaterde.

Wer mit Vliesen und Folientunnel arbeitet, sollte diese je nach System zusammenstecken oder zusammen mit Steinen oder Sandsäcken zur Beschwerung am Beetrand vorauslegen.

Etiketten für die gesamte Saison schreiben:

Ich empfehle mindestens 3 Etiketten pro Sorte/Art im Voraus zu schreiben: eins für die Saatkiste und zwei für's Beet. Dann kann man bei Teilernten ein Etikett mit dem Erntegut mitnehmen und weiß immer noch was auf dem Beet steht.

Es sollen aus dem Winterschlaf geweckt werden:

Langsam können die Mieten und Winterlager geräumt und die so überwinterten künftigen Samenträger (Kohlköpfe, Karotten, Pastinaken, Rote Beete) für das Wiedereinpflanzen sortiert (aussortiert) und vorbereitet (vegetationskegel-erhaltend geputzt) werden.

Das gleiche gilt für Gewächshäuschen. Je nach Isolation (Glas, Doppelsteg…) hat manch ein Gemüse dort im Beet oder auch in einem hellem Keller sehr gut überwintert (auch Physalis oder Feuerbohnen, da sie prinzipiell mehrjährig sind).

Es blühen und sollten somit nicht nur läusefrei, sondern ggf. auch isoliert gehalten werden:
Feldsalat

Wilder Feldsalat am Wegrein anfang März

Mal sehen, ob der Feldsalat an Wegrändern bis zum Monatsende blüht.

Für eine Samen- und Gemüseernte können ausgesät werden:

Direktsaat:

Puffbohnen, Lactuca-Salate* (noch sind die Schnecken nicht aktiv!), Erbsen*, Dill, Petersilie, Möhren*, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Spinat, Fistulosum-Lauchzwiebeln, Radies/Rettich*, Gartenmelde

*sortenabhängig, da es Züchtungen für verschiedene Saattermine gibt

Im Gewächshaus, Frühbeetkasten und auf der Fensterbank:

Tomaten (Gurken und Zucchini frühestens im April, die keimen ganz schnell), Chili und Paprika

Oleracea-Kohle, Sellerie, Basilikum

Mein Gartentier des Monats

Eichelhaeer
Eichelhäher