Angaben zu Aussaat- und Ernteterminen, sei es von Küchenprodukten oder von Saatgut, können jeweils nur annähernd stimmen. Sie bieten Orientierungswerte, die von Jahr zu Jahr und von Region zu Region schwanken.

Genauer wäre es nach dem phänologischen Kalender zu gärtnern:

Das Wort "phaino"  kommt aus dem Griechischen und wir kennen es nicht nur von den phänologischen Jahreszeiten, sondern es steckt auch in dem Wort Phänotyp.

Kalendarisch sprechen wir von 4 Jahreszeiten: Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Diese dauern jeweils exakt drei Monate und beginnen immer an einem Ersten.

Der Natur ist das egal, sie –und mit ihr die Lebewesen- richtet sich nach Sonnenstand und Temperatur. Genauer gesagt, nach Temperatursummen. Und genau das versucht der phänologische Kalender oder der phänologische Jahreslauf anhand von phänologischen Zeigerpflanzen zu beschreiben.

Der deutsche Wetterdienst gibt sogar ein Journal zweimal jährlich zu diesem Thema heraus.

Wenn man sich den Frühlingseinzug auf Karten ansieht, dann kann man auch feststellen, dass dieser im warmen Rheintal am Fuße des Schwarzwaldes schon rund einen Monat früher einsetzt als im rauen bayrischen Wald oder im Norden von Schleswig Hollstein.

 

(Ich habe in Klammern einige weitere nicht offizielle Pflanzen eingesetzt, von denen ich weiß, dass sie gleichzeitig blühen).

So ist es ….       wenn folgende bekannte Gartengewächse
austreiben (kursiv), blühen (unterstrichen) oder fruchten:

Vorfrühling:    Schneeglöckchen und Winterjasmin,  (Duftschneeball)

Erstfrühling:    Johannisbeeren, Hollunder, Forsythie, (Zier-)Pflaumen, (Hafer-) Schlehen, (Maibeeren)

Vollfrühling:    Apfel, Flieder, Himbeeren

Frühsommer:   Schwarzer Hollunder, Weißdorn, Geißbart, Staudenmohn

Hochsommer:   Zichorien, Johannisbeeren

Spätsommer:    Herbstannemonen, (Herbstastern), Augustapfel, Felsenbirnen

Frühherbst:      Schwarzer Hollunder, Haselnuss, Birnen, Pflaumen

Vollherbst:       Quitten, Walnüsse

Spätherbst:       Blätter werden bunt und fallen