Was versteht man unter ...

Aufleiten / Anleiten / Andrehen

Aufleiten / Anleiten / Andrehen, das machen nicht nur die Hopfengärtner mit den jungen Hopfentrieben, sondern auch die Hobbygärtner mit ihren Stangenbohnen, ihren sommerblühenden Kletterpflanzen (schwarzäugige Susanne) und sogar mit Tomaten. Denn auch diesen weißt man anfangs die richtige Windung der Tomatenstange zu oder man windet sie professionell tatsächlich um Schnüre. Aufgeleitet wird alles, was eine Stütze braucht, also ohne eigene Ranken etwas länger braucht, um den besten "Weg" zur Sonne zu finden.

Stoppelgemüse - essbare Stoppelfrüchte für Herbst und Winter

Allgemein verstand man unter Stoppelfrüchten, die Feldfrüchte, welche bei geringster Bodenbearbeitung auf und unter die Stoppeln ins Feld gebracht wurden.

Die Stoppelrübe (=Herbstrüben, Brassica rapa) hat durch diese Anbauweise sogar ihren Namen erhalten.

Den Feldsalat säte man zwar nicht, genauso wenig wie das Barbarakraut oder die gewöhnliche Gänsedistel (Sonchus oleraceus), sie wuchsen von selbst, da der Boden noch nicht mit Herbiziden behandelt wurde.

Zum Teil führen letztgenannte "Stoppelfrüchte" heute noch ein Nischendasein im Straßengraben und Feldrain!

Heutzutage nennt der Bauer die Stoppelfrucht modern "Zwischenfrucht". Angebaut werden diese Gründüngungen pur oder gemischt mit Gräsern: u.a. Knöllchenbakterien fördernde Kleearten; sowie aus der Familie der Kreuzblütler Ölrettich, Futterkohl (Brassica oleracea var. medullosa und var. viridis), Futterraps und Winterrübsen und ihre modernen Artbastarde (z.B. 'Perko Buko').  

Und da beginnt die Krux in Bezug auf unserer Samengärtnerei. Denn zum einen, zeigen uns die Stoppelfelder die Zeit an, mit der Aussaat und Pflanzung der Wintergemüse zu beginnen, und zum anderen, müssen wir aufpassen, nicht Arten vermehren zu wollen, die der angrenzende Bauer als Zwischenfrucht ebenfalls anbaut! Wenn das Feld des Bauern im Folgejahr zur gleichen Zeit blüht, wie unsere wertvollen Vermehrungssorten, dann sind Kreuzungen nicht auszuschließen.

Aufpassen muss man bei folgenden Gemüsen, da sie zur gleichen Art wie in Klammern genannt gehören:

  • Überwinternder Markstammkohl, Riesenkohl, Tausendkopfkohl, Wirsing und Grünkohl (Brassica oleracea/ Futterkohl)
  • Winterrettichen (Raphanus sativus/Ölrettich, Hederich), Herbst- und Steckrüben (Brassica rapa/Rübsen und Brassica napus/Raps)